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Bund mit dem Bösen

Kapitel 11

Über dem Halliwell Manor ging am nächsten Morgen strahlend die Sonne auf. Piper erwachte, als es in ihrem Zimmer plötzlich hell wurde und mit einem Satz war sie auf den Beinen. So schnell sie konnte lief sie durch den Flur des oberen Stockwerkes, zu Paiges Zimmer. Atemlos öffnete sie die Tür: Und es war kein Traum gewesen. In Paiges Bett lag tatsächlich ihre Schwester, ihre große Schwester, ihre Prue. Die langen schwarzen Haare umrahmten ihr bleiches Gesicht und sie lag friedlich da und schlief. Piper wurde es warm ums Herz. Wie sehr hatte sie diesen Anblick vermisst! Lächelnd schloss sie wieder die Tür und ging ins Bad.

Einige Zeit später saßen die drei Schwestern und Leo um den Esszimmertisch und waren dabei, zu frühstücken. Phoebe konnte ihren Blick nicht von Prue lassen. „Ich fasse es immer noch nicht!“ sagt sie fröhlich. Leo lächelte. „Mir kommt es auch wie ein Wunder vor, aber... öhm... wir sollten langsam versuchen, herauszufinden, weshalb Prue wieder hier ist.“ Piper hatte schon eine Lösung parat: „Vielleicht haben die Ältesten sie geschickt, damit wir sie mal wieder sehen können.“ Leo schüttelte den Kopf: „Das macht keinen Sinn. Erstens hätten sie mir davon berichtet, und außerdem wäre euch Prue dann als Geist erschienen und nicht als Mensch. Die Ältesten waren das nicht.“ „Sondern?“ fragte Phoebe. Leo zuckte die Schultern: “Nun ja, wenn es niemand von oben war...“ „...dann war es jemand von unten. Es war schwarze Magie, die mich hierher gebracht hat.“ schloss Prue.

Phoebe runzelte die Stirn: “Aber weshalb denn? Also, öhm... wenn ich das mal so sagen darf, Prue... die da unten haben sich ziemlich über deinen Tod gefreut. Und jetzt erwecken sie dich wieder zum Leben? Wieso denn das? Was haben sie davon?“ In diesem Moment ließ Piper ihre Tasse fallen. Sie wurde bleich. „Paige.“ flüsterte sie, „natürlich. Sie haben Paige davon. Sie ist mit diesem Dämon mitgegangen.“ Phoebe zuckte zusammen: „Aber ja, das ist es. Aber weshalb hat sie das getan? Wieso hat sie einen solchen Handel mitgemacht?“ „Der Brief.“ sagte Piper tonlos, „weißt du nicht mehr? Bald werdet ihr verstehen, warum ich das alles getan habe, und dann werdet ihr mich lieben und verstehen, was für eine gute Schwester ich euch war. Sie dachte, wir lieben sie nicht. Sie dachte, sie sei uns nicht genug wert. Deshalb hat sie das gemacht. Sie wollte uns die größte Freude bereiten, die möglich ist: Uns Prue wieder geben. Und dafür hat sie sich geopfert.“

Prue hatte schweigend zugehört. Jetzt öffnete sie den Mund: “Das ist ja ein hartes Stück. Ich habe von Paige gehört, Mum und Grandma haben mir von ihr erzählt. Sie muss eine sehr mächtige Hexe sein. Warum tut sie so etwas? Sie muss euch wahnsinnig lieben, wenn sie bereit ist, zu sterben, um euch eine gute Schwester zu sein.“ Auch Leo war bleich geworden. Was hatte er getan? Eine seine Schutzbefohlenen hatte einen Handel mit einem Dämon gemacht und er hatte nichts davon mitbekommen. Stattdessen war sie jetzt in der Unterwelt gefangen, und ob sie überhaupt noch lebte, wussten die Götter.

„Also,“ begann Prue von neuem , die wie in früheren Zeiten wieder das Kommando übernahm. „Ich schlage vor, wir rufen Grandma herbei und fragen sie um Rat. Grandma hat schon so viel erlebt, bestimmt kann sie uns helfen.“ Piper nickte. „Okay. Lasst uns hoch auf den Dachboden gehen.“
 
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