• Willkommen auf Traumfeuer.com!
    Registriere Dich kostenlos und mach mit bei Fanart, Fanfiction, RPGs, Rollenspielen und Diskussionen zu Serien/Filmen/Kino

Night vs. Cosette - Storybattle

Cosette

1.000er-Club
Registriert
1 Juli 2004
Beiträge
3.996
Ort
Somewhere beyond reality
Storybattle​
Cosette vs. Night

So funktioniert's: Es werden immer 3 Wörter und vielleicht auch noch ein Fandom vorgegeben. Danach muss dann eine Geschichte geschrieben werden, das heißt, in der Geschichte müssen die 3 Wörter enthalten sein (diese werden dann fett markiert) und, falls ein Fandom angegeben wurde, über diese Serie/Buch/Film etc. sein.

Wörter: 500-2000

3 Wörter: Wind, Makkaroni, Rock
 
Werbung:

Night

5.000er-Club
Registriert
3 Januar 2004
Beiträge
8.634
Ort
The Blue Box
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Meine Geschichte -.-

Der Geruch des Abendessens hing immernoch in der Luft. Es hatte Makkaroni gegeben, mit einer Sauce, die zwar sehr geruchs- aber leider nicht geschmacksintensiv gewesen war. Veronica stand auf der untersten Treppenstufe und horchte, ob ihre Eltern auch wirklich im Wohnzimmer saßen und fernsahen, bevor sie vorsichtig weiterging. Sie hatte den beiden erzählt, sie hätte noch Mathe Hausaufgaben und würde, nachdem sie diese gemacht hatte, früh ins Bett gehen.
Als sie die Haustüre erreichte und diese öffnete, bließ ihr ein starker Wind entgegen, was ein leichtes Lächeln auf ihre rot geschminkten Lippen zauberte. Sie huschte hinaus in die Dunkelheit und warf einen letzten Blick auf die erleuchteten Fenster des Hauses, bevor sie mit langen Schritten die Straße entlang ging. Es dauerte nicht lange, bis sie in einer der Seitengassen verschwand. Dieser Weg würde sie mindestens 10 Minuten früher an ihr Ziel bringen und hier würde sie auch mit Sicherheit nicht mehr von ihren Eltern erwischt werden. Ein Gefühlvon Triumph ließ ihr Grinsen nur noch breiter werden. Einmal mehr hatte sie es geschafft, dem Elternhaus zu entkommen. Von diesem Gedanken beschwingt beschleunigte sie ihre Schritte noch ein bisschen.

Kurze Zeit später hatte sie das verlassene Haus erreicht, in dem sich ihre Freunde breit gemacht hatten. Sie lief durch den verwilderten Garten auf die Tür zu und klopfte dann eine bestimmte Kombination um hereingelassen zu werden. Marc begrüßte sie überschwänglich, in der einen Hand eine halb leere Bierflasche, in der anderen eine Zigarette.
„Heeey Ronny! Wo warst du denn so lange?“ rief er laut und legte einen Arm um ihre Schultern. Er roch nach Alkohol und Rauch, aber gerade das fand Veronica besonders anziehend an ihm. Marc brachte sie in den Raum, in dem sich auch die anderen befanden. Von allen wurde sie begrüßt und Ellen drückte ihr ein geöffnetes Bier in die Hand.
„Na, auch schon da?“ meinte sie grinsend und umarmte den Neuankömling kurz. „Du bist die letzte, sonst sind schon alle da... Komm mit!“ Irgendwer hatte die Rock-Musik, die gedämpft im Hintergrund gelaufen war, aufgedreht, sodass Ellen ihre letzten Worte fast schreien musste, damit Veronica sie überhaupt hörte. Sie führte das Mädchen in 'ihre' Ecke. Die beiden ließen sich neben Alex fallen, der es sich dort bereits auf einer Decke gemütlich gemacht hatte.
„Hier nimm“ Alex reichte Veronica eine Zigarette, deren eines Ende bereits glühte und sie zog dankbar daran. „Hmmm, endlich weg von zu Hause. Es hat ewig gedauert, bis die Alten sich endlich ins Wohnzimmer verzogen haben“ Veronica wedelte theatralisch mit der Zigarette und verdrehte die Augen. Sie hatte bestimmt eine halbe Stunde auf eine gute Gelegenheit warten müssen.
Ellen und Alex schüttelten beide den Kopf. Sie wussten beide nur zu genau, wie Ronny sich fühlen musste. Zwar waren die beiden inzwischen 16 und hatten ihren Eltern klar gemacht, dass diese nichts mehr zu sagen hatten, aber Veronicas Situation war ihnen nur allzu bekannt.
„Das geht auch vorbei, Ronny.“ meinte Ellen mitfühlend und nahm die Zigarette aus der Hand ihrer Freundin. „Jetzt bist du ja hier, bei uns“ Sie lächelte Veronica an, nahm einen Zug und platzierte die Zigarette wieder in deren Hand. Veronica nickte dankbar. Wie froh war sie doch, Freunde wie Ellen und Alex zu haben. Auf die konnte sie sich wenigstens verlassen. Ihrer Familie war sie sowieso egal. Ihre Eltern wollten nur, dass sie gute Noten nach Hause brachte und ihr kleiner Bruder... Der würde es sicher nicht einmal merken, wenn sie nicht mehr nach Hause käme. Sie nahm einen großen Schluck aus der Flasche iin ihrer rechten Hand und schloss die Augen. Es tat so gut, verstanden zu werden...

Als Veronica die Augen öffnete war sie geblendet. Sie konnte sich nicht erinnern, dass es in dem verlassenen Haus bei ihren Freunden je so hell gewesen war. Nachdem sie ein paar Mal geblinzelt hatte, konnte sie drei Figuren am Rand ihres Bettes erkennen, die sich gedämpft unterhielten.
„Veronica!“ hörte sie die besorgte Stimme ihrer Mutter. Alles war so weit entfernt... Sie drehte sich in die Richtung, aus der ihr Name gekommen war und blickte verwirrt in das Gesicht ihrer Mutter.
„Mom?“ ihre Stimme war nur noch ein Flüstern, denn zu mehr hatte sie keine Kraft.
„Gott sei Dank!“ seufzte ihre Mutter und nahm sie in ihre Arme. „Wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht, nachdem die Polizei angerufen hat, du wärst bei einem Brand verletzt worden.“
Erstaunt merkte Veronica, dass sich Tränen in den großen blauen Augen ihrer Mutter bildeten, bevor diese ihre Tochter noch einmal an sich drückte.


Aufgabe: Licht, Sturm, Wäschekorb
 

Cosette

1.000er-Club
Registriert
1 Juli 2004
Beiträge
3.996
Ort
Somewhere beyond reality
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

And here comes mine...

Ungeduldig trommelte Katharine mit dem Finger auf den Holztisch und blickte immer wieder auf die Uhr, die ihr gegenüber an der Wand hing. Es war schon fast 6 Uhr morgens und er war immer noch nicht zurückgekehrt, langsam begann sie, sich Sorgen zu machen. Natürlich war er oft lange weg geblieben, das war sie gewohnt, aber so lange war es noch nie geworden. Wo hielt er sich jetzt bloß auf? War ihm etwas passiert oder vergnügte er sich gerade mit einer anderen Frau?
Die junge Frau zuckte zusammen, als ein lauter Donner zu vernehmen war. Draußen tobte ein Sturm, wie sie ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Beunruhigt stand sie auf und wanderte durch den ganzen Raum, um sich ein wenig abzulenken. Schließlich stellte sich an das Fenster, durch das man auf die Straße vor dem Haus blicken konnte, in der Hoffnung, ihn die Straße entlang spazieren zu sehen. Doch kein Mensch war dort draußen im Sturm, nur der Regen prasselte auf den Boden und die Laternen warfen spärliches Licht auf den Bürgersteig. Wütend stampfte sie auf, obwohl sie eigentlich eher verzweifelt, als zornig war. Tränen glitzerten in ihren Augen und sie konnte ein leises Schluchzen einfach nicht unterdrücken. Der Gedanke, dass ihr Geliebter da draußen vollkommen durchnässt und womöglich verletzt war, ließ sie einfach nicht mehr los und trieb sie fast in den Wahnsinn. Sie biss sich auf die Lippen, um nicht weinen zu müssen, doch sie schaffte es nicht. Große Tränen kullerten an ihren Wangen herunter und sie musste sich wieder setzen. Sie konnte nicht einmal sich selbst erklären, warum sie immer so verzweifelte, wenn er wieder einmal zu spät nach Hause kam, aber die Sorge um ihn machte sie einfach verrückt.
Sie blickte auf, als sie ein Geräusch hörte. Hoffnung keimte in ihr auf, doch es war nur Maria, das Hausmädchen. Sie hatte den Wäschekorb in der Hand und wollte gerade in die Wäschekammer gehen, als sie ihre Arbeitsgeberin bemerkte. Mit besorgtem Blick trat sie in das Zimmer ein und legte eine Hand auf Katharines Schulter. „Was ist denn, Madame?“, fragte sie fürsorglich. „Er kommt schon wieder zu spät, Maria, wieso tut er mir das an?“, schluchzte Katharine „Ich weiß es nicht, Madame, wenn Sie wollen, kann ich ja die Polizei verständigen“, schlug die junge Spanierin vor. „Oh ja, das würde mich sehr beruhigen“
Maria nickte und verließ dann die Küche wieder, um in das Bad zu gehen und die dreckige Wäsche in die Waschmaschine zu stopfen. Mit einem mitleidvollen Gesichtsausdruck schüttelte sie den Kopf über die Frau, die sie vor vier Jahren eingestellt hatte. Sie tat ihr so Leid, denn jeden Tag wartete sie bis in den Morgen hinein auf ihren Mann und fast immer hörte Maria sie von ihrem Zimmer aus schluchzen, wenn er wieder nicht kam.
Als sie mit der Wäsche und allem Anderen, was erledigt werden musste, fertig war, ging sie wieder zu Katharine. „Kommen Sie, Madame, gehen wir spazieren“
Die beiden verließen das Haus und die kühle Luft schlug ihnen entgegen, doch Katharine merkte das fast gar nicht, sie war wie betäubt. Bald waren sie an einem Park angekommen, neben dem ein Friedhof lag. Maria zog an der Hand der verzweifelten Frau und bog mit ihr ab, dann betraten sie den Friedhof. „Wieso sind wir hier, Maria?“, fragte Katharine verwirrt, doch die dunkelhäutige Frau gab keine Antwort.
Bald waren sie an ihrem Ziel angekommen, einem verwitterten Grab mit einem Grabstein Marmor, auf dem gemeißelt war: Thomas Rhyse, liebevoller Gatte von Katharine Lillian Rhyse.

Wörter: Freiheit, Krankheit, Übelkeit
 

Night

5.000er-Club
Registriert
3 Januar 2004
Beiträge
8.634
Ort
The Blue Box
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Phoenix starrte die Gitterstäbe an, die schon so lange seine Freiheit nahmen. Das einzige Fenster in seiner Zelle war ebenfalls von Metall versperrt. Es hinterließ Schatten in den Bildern, die das Licht auf dem kargen Boden hinterließen. Über die Jahre, die er hier verbracht hatte war sein Körper, der einst muskulös, von anderen Männern beneidet und von Frauen bewundert worden war, war nun von Krankheit ausgezehrt. Das fehlende Licht hatte seine Haut blass gemacht. Seine Haare waren lang und ungekämmt und er vermutete, dass er selbst wahrscheinlich am meisten erschrecken würde, wenn er sich im Spiegel betrachten würde. Es war kein Geheimnis, dass er, bevor er hier gelandet war, ein Casanova gewesen war, der stets auf sein äußeres Bild bedacht war, doch das Gefängnis hatte alles verändert. Er wusste inzwischen, dass sein Leben viel wertvoller hätte sein können. Wenn er es nur schon früher erkannt hätte, worin der wahre Wert bestand.
Sein letzter Zellengenosse war vor ein paar Tagen verlegt worden und her hatte noch keinen neuen bekommen. Ronald war nie besonders freundlich gewesen, aber was verlangte man von einem alten Mann der schon seit über einem Jahrzehnt hinter Gittern saß? Phoenix hatte Angst davor, so zu werden wie Ronald.
Er hatte viel Zeit zum Nachdenken gehabt – zu viel für seinen Geschmack, denn das hatte ihm bewusst gemacht, was er mit dem einen Verbrechen angestellt hatte. Die wichtigen Jahre seines Lebens würde er hier, hinter Gittern verbringen und der Gedanke daran bereitete ihm Übelkeit. Natürlich, er hatte einen Fehler begangen, aber war es denn ein so schlimmer, dass er für immer dafür büßen musste? Die Zeit hier im Gefängnis würde ihn immer begleiten, auch wenn er nach Jahren wieder hinaus in die Welt gehen konnte. Was hatte er denn dann noch für Chancen? Niemand würde einem Ex-Gefängnisinsassen mehr trauen, denn wer einmal ein Verbrechen begangen hatte, der könnte es genauso gut wiederholen.
Phoenix stand auf und wanderte in Kreisen in seiner Zelle umher. Er hatte diesen Raum satt. Tage, Wochen, Monate nun hatte er immer die selben Gegenstände angestarrt. Wütend schlug er seine Hand gegen die Wand. Nicht viel später war schon einer der Wachmänner vor seiner Zelle. Drohend baute er sich auf, im Wissen, dass der Sträfling durch die Gitterstäbe von ihm getrennt war, schimpfte ihn und sagte, dass er es nicht wagen sollte, noch einmal Lärm zu machen. Er sollte still sein, sonst würde etwas passieren.
Mit wütendem Gesichtsausdruck wartete Phoenix bis der Mann verschwunden war. Immer diese Demütigungen der Wachleute. Sie machten den Gefangenen klar, dass sie die Chefs waren, bauschten sich auf, taten als wären sie die Größten und das alles nur, wenn sie durch Stahl von den Sträflingen getrennt waren.
Phoenix biss die Zähne zusammen und ballte seine Hände zu Fäusten. Er hasste diese Benehmen fast noch mehr, wie die Gitterstäbe, die ihn davon abhielten, die Wachmänner zu verprügeln. Hilflos ließ er sich auf seine Pritsche fallen und starrte die Decke an. Als würde das irgendetwas besser machen, dachte er und schloss die Augen. Konnte es nicht einfach aufhören?



Wörter: Wut, (Kerzen-)Wachs, Tomate
 

Cosette

1.000er-Club
Registriert
1 Juli 2004
Beiträge
3.996
Ort
Somewhere beyond reality
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Energisch schlug er mit der Faust auf den Tisch, so dass die Kerze, die darauf stand, umfiel und das Wachs langsam herunter tropfte. Evelyn zuckte zusammen und blickte ihn mit angsterfülltem Blick an. „Shawn, bitte!“, flehte sie verzweifelt und biss sich gleich darauf auf die Unterlippen. In den Jahren mit ihrem Mann hätte sie eigentlich lernen sollen, ihn in seiner Wut nicht anzuflehen, doch sie machte diesen Fehler immer wieder. Ängstlich wich sie ein Stück zurück, als er auf sie zuging und sah sich unauffällig nach einem Gegenstand um, mit dem sie sich notfalls schützen konnte. „Du hast mich betrogen, gib’s doch zu, Evelyn! Sag es mir ins Gesicht, du hast mit ihm geschlafen!“, schrie er und sein Gesicht war schon ganz rot vor Zorn. Schluchzend schüttelte die blonde Frau den Kopf und blickte ihn mit tränenfeuchten Augen an. „Nie, nie hab ich das gemacht, Liebling! Glaub es mir doch, bitte!“ Ihre Stimme klang schwach und verletzt und sie musste sich anstrengen, um einen Satz zu beenden, ohne schluchzen zu müssen. Sie zitterte schon am ganzen Leib und wollte nur weg von hier, doch sie wusste, dass es keinen Ausweg gab. Ihre Unterlippen bebten, doch sie versuchte, nicht zu weinen, denn das machte ihn nur noch wütender, das hatte sie in den Jahren mit ihm gelernt.
„Liebling, du willst doch bestimmt dein Abendessen?“, versuchte sie, ihn abzulenken. Dass er sie nicht anschrie sah sie als Zeichen dafür, dass er tatsächlich Hunger hatte. Also ging sie zum Kühlschrank, holte den Salat von gestern heraus und schnitt noch eine Tomate in Scheiben, das mochte er. Dann stellte sie es auf den Tisch, an dem er immer noch saß. Sie wollte das Wachs entfernen, während ihr Mann aß, doch er packte sie am Arm und deutete ihr, dass sie sich setzen sollte. Natürlich gehorchte Evelyn und beobachtete ihn still beim Kauen, unter dem Tisch rieb sie sich allerdings den von seinem festen Griff schmerzenden Arm. Als er fertig war, sprang sie auf und räumte alles in Windeseile ab, sie wollte nicht, dass er wütend wurde, weil sie zu faul war, um sofort abzuwaschen. Ihre Hände waren schon etwas aufgescheuert, denn sie musste alles sehr genau und sauber waschen – und meistens mit der Hand. Gerade wollte sie das Messer in den Geschirrspüler legen, als er sie von hinten an der Hüfte packte und an sich zog. Sie konnte seinen heißen Atem spüren, als er den Duft ihres Haares aufnahm und schon wusste sie, was jetzt kommen sollte. Nach seinen Wutanfällen sehnte er sich immer nach Liebe – körperlicher Liebe und meistens spielte sie dabei mit, schließlich hatte sie Angst, doch heute konnte sie einfach nicht. Sie zitterte immer noch und lange konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.
Langsam hob er die Hand und streichelte ihre Wange, ließ seine Hände über ihren ganzen Körper wandern, doch sie schob ihn sanft zurück und schüttelte den Kopf. „Bitte, Shawn, jetzt nicht...“, hauchte sie – und bereute es sofort darauf, als sie spürte, wie er wieder zu beben begann. „So ist das also, deinem lieben Arbeitskollegen gibst du alles und deswegen bleibt nichts mehr für mich übrig, nicht wahr?“, brüllte er und schon holte er mit der Faust aus. Mit einem Schrei hob sie ihre Arme und plötzlich war Shawn ganz still. Erst jetzt bemerkte sie, was sie getan hatte - Blut klebte auf seinem Hemd und das Messer, welches sie immer noch in der Hand gehabt hatte, steckte in seinem Bauch. Erschrocken wich sie zurück und nun rannen doch Tränen über ihre Wangen – dann ertönte Musik.
„Das habt ihr super gemacht, Leute!“, rief Ken, der Produzent und Lana lächelte ihm dankend zu. „Du hast das mit dem Messer echt gut gemacht und Peter ist natürlich auch echt gut gestorben.“ Die beiden Schauspieler lachten und Peter – der Darsteller Shawns in der neuen Serie „Family Problems“ – entfernte das Plastikmesser von seinem Bauch. Ken klopfte ihm auf die Schulter und lobte ihn noch einmal: „Das mit der Wut hast du echt super rübergebracht, Kumpel! Woher kannst du das bloß?“ Lana sah die beiden von der Seite an und als Ken weg war, ging sie ebenfalls auf Peter zu. „Ja, Pete, ich frage mich auch, woher du das kannst. Im echten Leben wärst du zu so etwas ja nie im Stande, oder?“, zischte sie und stürmte davon. Und Peter ging ihr nach, um etwas zu tun, was nicht zu seiner Rolle gehörte....

Wörter: bestürzt, Fehler, Lächeln - CSI:NY
 

Night

5.000er-Club
Registriert
3 Januar 2004
Beiträge
8.634
Ort
The Blue Box
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

[FONT=Verdana, sans-serif]Stella wusste nicht, wie lange sie nun schon unterwegs war. Sie hatte keine Uhr an und selbst wenn wäre es ihr egal gewesen. Es war ungewöhnlich ruhig für New York. Stella war bisher nur einigen wenigen Leuten begegnet, die alle grau in grau mit auf den Boden gerichtetem Blick an ihr vorbeigehetzt waren. Manchmal hasste Stella diese Art von Leuten – immer in Eile und nie auf Freundlichkeit oder Rücksicht bedacht – die New York so unpersönlich und kalt erscheinen ließen. In ihrem Job hatte sie schon viel zu oft mit Menschen wie diesen zu tun, doch im Moment war sie froh über die Anonymität, die dieses Verhalten mit sich brachte. Niemand war bestürzt, oder wunderte sich auch nur darüber, dass sie, eine Frau Anfang 30 und eigentlich gut gekleidet, ohne jeden Schutz durch den Regen ging – und das ganz ohne Eile, aber es war New York. Die Wahrheit war, dass Stella es genoss, das kühle Nass auf ihrer Haut zu spüren. Es war nicht besonders warm und Stella spürte die Gänsehaut auf ihren Armen und das vertraute Gefühl von aufziehenden Kopfschmerzen, das sich fast zwanghaft aus der Kombination von nassen Haaren und kaltem Wind ergab, doch sie ließ sich nicht davon stören. Sie hatte Zeit für sich gebraucht, Zeit zum Nachdenken oder auch einfach um die Gedanken völlig abzuschalten.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Der letzte Fall, die letzte Woche, der letzte Monat – irgendwann war für sie alles zu viel geworden. Sie hatte ihr kleines Büro verlassen, ohne irgendjemand bescheid zu sagen. Nicht, dass sie gewollt hatte, dass sich jemand Sorgen um sie machte – daran hatte sie überhaupt nicht gedacht. Es hatte schon länger geregnet. Stellas Blick war immer wieder zu ihrem Fenster gewandert, wo die Regentropfen wirre Muster hinterlassen hatten. Sie hatte den Regen schon immer gemocht. Und irgendwann war sie dann einfach gegangen. Ohne ein Wort, ohne zurückzublicken. [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Sie wusste, am nächsten Tag wäre alles wieder vorbei – Hawkes und Danny würden sie mit ihren Scherzen aufheitern, Lindsay wäre wie immer freundlich und hilfsbereit, was Stella an ihrer jungen Mitarbeiterin sehr schätzte, und Mac... würde einfach Mac sein. Etwas anderes konnte er wahrscheinlich nicht einmal. [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Ein kleines Lächeln huschte über Stellas Lippen, bei dem Gedanken an ihre Mitarbeiter und Freunde. Sie liebte ihre Arbeit und die Menschen mit denen sie sie täglich vollbrachte. Und trotzdem hatte sie an diesem Tag Luft gebraucht. Ein paar Stunden für sich; der Regen würde ihr dabei helfen, ihre Gedanken wieder rein zu waschen. Es half. Tatsächlich fing sie nach einer Weile an, zu spüren, wie die Erinnerungen an Frankie und an jenen bestimmten Tag immer blasser wurden. Die Luft tat gut. Es schien Stella, als bließe sie auch noch den letzten Schleier der Bilder, die sie nicht mehr aus dem Kopf bekam, fort.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Sie war lange gelaufen. Ohne es wirklich zu merken, hatte sie die Richtung von Mac's Appartment eingeschlagen; oder vielleicht hatte sie es doch gemerkt. Ihre Füße wussten ja immerhin nicht, wo ihr Boss wohnte und als sie die bekannte Umgebung wahrnahm, sagte ihr etwas, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Als sie vor dem Gebäude stand, in dem Mac wohnte, hatte der Regen nachgelassen. Sie richtete ihren Blick zum Himmel und beobachtet mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, wie sich die Wolken verzogen und Licht hinterließen. Fast war es ihr, als wollte ihr der Himmel ein Zeichen schicken; nach jedem Unwetter kam irgendwann auch wieder Sonne. Sie hatte beinahe vergessen, wie es war, glücklich zu sein, aber jetzt hatte sie zummindest wieder Hoffnung. Es war ein Fehler gewesen, sich so herunterziehen zu lassen – von der Arbeit, aber vor allem von Frankie. Er war es nicht wert gewesen. Keiner sollte es sein.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Unsicher hob sie ihre Hand und drückte auf die runde messing Klingel. Es dauerte ein wenig, aber schließlich öffnete sich die Tür und sie blickte in das vertraute Gesicht von Mac, dessen Lippen ein Lächeln bildeten, sobald er sie gesehen hatte.[/FONT]
„[FONT=Verdana, sans-serif]Kaffee?“ fragte er und hielt die Tür weiter auf, damit Stella die Wohnung betreten konnte und sie nickte dankbar. Dankbar für das Angebot und dankbar dafür, dass er keine Fragen stellte.[/FONT]






Wörter: Phobie, Wirklichkeit, Alarm
 

Cosette

1.000er-Club
Registriert
1 Juli 2004
Beiträge
3.996
Ort
Somewhere beyond reality
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Sofort als der Alarm losging, begann sie zu zittern. Der Rauch qualmte aus allen Ecken und kroch immer weiter auf sie zu. Sie wollte raus laufen, doch mit den zusammengekniffenen Augen konnte sie den Ausgang einfach nicht finden. Verzweifelt drehte sie sich in jede Richtung, in der Hoffnung etwas zu finden, dass ihr helfen konnte. Doch sie fand nichts. Unaufhaltsam bahnte sich der graue Rauch seinen Weg zu ihr und plötzlich schluchzte sie los. Kraftlos sank sie zu Boden und das gab den grauen Schwaden eine gute Position zum Angreifen. Langsam krochen sie an ihren Hüften hoch, umschlangen ihren Bauch, streichelten ihre Arme, bis sie schließlich an ihrem Hals angekommen waren. Das Gefühl des Erstickens machte sich in ihr nicht langsam breit, sondern mit einer Sekunde, als der Dampf in ihre Nase und in ihren Mund stieg und ihr die Luft zum Atmen nahm. Nicht einmal mehr schluchzen konnte sie, nur mehr auf ihren Tod warten. Jedes Mal, wenn sie versuchte einzuatmen, füllten sich ihre Lungen nur mit Rauch und sie musste husten, um so noch mehr von dem tödlichen Gas einzuatmen. Ihre Finger versuchten, sich an etwas festzuklammern, doch sie kratzten nur auf dem harten Holzboden. Mit Tränen in den Augen beugte sie sich nach vorne, um ihre Wange auf den kühlen Untergrund zu legen. Zitternd schloss sie ihre Augen und atmete immer wieder den Rauch aus und ein. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen dachte sie an ihre Kindheit, sie war friedlich gewesen und sie schuldete es sich, nun auch einen friedlichen Tod zu sterben.
Sie konnte sich noch an die grüne Schaukel erinnern, auf der sie immer gesessen hatte, vor dem Haus ihrer Großeltern. Sie hatte gelacht und der Wind hatte ihr Lachen weiter getragen, bis zu der nächsten Straße, bis zu der nächsten Stadt. Und die Blumen, die sich sonst immer versteckt hatten, waren für sie herausgekommen, damit sie die Pflanzen mit ihren kleinen Händen sorgfältig pflücken konnte und ihrer Mutter schenken, die sie dann behutsam in eine Vase stellte. Nie hatten die Blumen lang überlebt, doch sie hatten ihr trotzdem vertraut, dem kleinen Mädchen im blauen Kleid.

Für sie waren Stunden vergangen, obwohl es in Wirklichkeit nur einige Minuten waren, als sie endlich von der ersehnten Dunkelheit umhüllt wurde, so ähnlich wie der Rauch sie umgab, und das Bewusstsein verlor. Kurz bevor alles um sie schwarz wurde, sah sie noch einmal die wichtigsten Ereignisse ihres Lebens vor sich und machte sich schon bereit auf ihren Tod.
Vor ihren Augen schwirrten die verschiedensten Bilder – schöne und auch weniger schöne – wie ein kleines Mädchen in den Armen seiner Mutter, das gleiche Kind mit etwas vierzehn Jahren, wie es seinen ersten Kuss bekam und schließlich eine junge Frau auf der Beerdigung ihrer Mutter, schluchzend und kurz vor einem Zusammenbruch. Sie konnte kaum glauben, dass diese Person sie selbst war, obwohl sie es genau wusste.
Kurz darauf sah sie gar nichts mehr.

Die Stimmen, die tausende Meilen weit weg wirkten, weckten sie. Ihr Hals fühlte sich an, als wäre er von innen her aufgeschnitten worden. Mit Mühe versuchte sie, ihren Kopf zu drehen, doch es gelang ihr nicht. Nun konzentrierte sie sich auf die Stimmen und versuchte zu verstehen, was sie sagt. Einen Satz konnte sie hören – „Sie wird wohl lebenslang eine Phobie vor Rauch oder engen Räumen haben“ – dann sank ihr Kopf wieder auf das Kissen und die Dunkelheit umgab sie ein weiteres Mal.

Wörter: Lippen, Sofa, Kamera
 

Carrie

Gottkaiserin
Registriert
20 April 2003
Beiträge
10.612
Ort
Kathiversum
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

klasse klasse klasse, ihr zwei seid echt gut :zustimmen
macht ruhig weiter so, ich hab mir das Thema hier abonniert :D

wollt ihr viell ein paar mehr Serien-FFs machen? :D Ich les die Dinger irgendwie lieber, weil man da schon die Charas kennt, weiß wie die agieren und reagieren etc.. oder noch besser: darf ich mir was wünschen?? xxD

ne Scherz ;) ihr schreibt wirklich gut, hoffe es geht hier bald weiter :)

lg syd
 

Night

5.000er-Club
Registriert
3 Januar 2004
Beiträge
8.634
Ort
The Blue Box
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

[FONT=Verdana, sans-serif]Er zwang sich zu einem Lächeln. Das Mädchen, das vor seiner Kamera im Wind des Ventilators posierte hatte schon die ganze Zeit um seine Aufmerksamkeit gekämpft und sie verdiente es.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Die Reaktion war ein fröhliches Blitzen in ihren Augen und er fing diesen Augenblick gekonnt ein. Das Foto würde gut werden, dachte er sich, bevor er ihr weitere Anweisungen gab.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Photograph zu sein mochte für viele ein Traumberuf sein, aber selbst ein Beruf wie dieser wurde mit der Zeit nur noch Routine. Natürlich waren seine Modells attraktive junge Frauen und mit den meisten arbeitete er gerne, doch in letzter Zeit fehlte das gewisse Etwas, das er vor Jahren, als seine Karriere gerade erst anfing, so geliebt hatte. Damals hatte er mit den Mädchen geflirtet und seine Arbeit noch richtig geliebt, was sich auf seine Bilder ausgewirkt hatte. Mit ihnen war er bekannt geworden und ihnen verdankte er seine Karriere. Jetzt jedoch machte er lieber lange Spaziergänge auf denen er die Schönheit der Natur in seinen Fotos festhielt.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Während er nachdachte schoss er weitere Bilder. Auch sie würden gut werden, das hatten seine Fotos meistens an sich. Niemandem außer ihm würden die kleinen Makel auffallen, die falsches Licht hinterlassen hatten, oder Falten, die sich in das Kleid geschlichen hatten, obwohl die Stylisten des Modells vor dem Shooting alles mehrere Male kontrolliert hatten. Allein seinem Auge würden diese Fehler wehtun, niemand sonst würde es stören.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Er hob die Hand um zu signalisieren, dass er fertig war. Während er seine Kamera abbaute, war das Mädchen näher gekommen. Aus dem Augenwinkel sah er, wie sie sich mit der Zunge die Lippen befeuchtete und wie sie ihren Mut zusammen nahm, bevor sie die letzten Schritte die sie von ihm trennten, tat. [/FONT]
„[FONT=Verdana, sans-serif]Würden sie... Hätten Sie Lust, mich heute Abend auf Jinelle's Show zu begleiten?“ fragte sie wobei ihre Stimme verletzlich und unsicher wirkte. Er überlegte einen Moment, bevor er langsam den Kopf schüttelte.[/FONT]
„[FONT=Verdana, sans-serif]Tut mir Leid, ich habe schon etwas anderes vor.“ Er warf ihr ein entschuldigendes Lächeln zu und hoffte, dass er sie nicht zu sehr enttäuscht hatte, bevor er die Kamera und das Stativ nahm und sie fertig einpackte.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Als er das nächste Mal zu dem jungen Modell sah, sah er, wie sie mit hängenden Schultern in Richtung der Umkleidekabine lief. Die Resignation tat ihrem Gang nicht gut, dachte er während sein Blick über ihren Körper glitt. Sie war sicher nicht älter als 19, eher jünger, aber das waren seine Kundinnen meistens. Manchmal bekam er Aufträge von diversen Hochglanzmagazinen bei denen er vor allem in letzter Zeit sehr beliebt geworden war, und manchmal kamen Mädchen zu ihm um Fotos für ihre Bewerbungsmappen von ihm schießen zu lassen. Von beiden bekam er stets gute Bezahlung, aber ihm fehlte die Leidenschaft.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Er nahm die Tasche mit der Kamera und machte sich auf den Heimweg. Sein Arbeitstag war für heute beendet; er hatte 5 Mädchen fotografiert, etwas mehr als seine durchschnittlichen Aufträge, aber das hing von der aktuellen Saison ab. Kamen gerade neue Kollektionen, musste er teilweise neben den normalen Studiofotografien auch noch Werbefotos für verschiedene Designer machen. Normalerweise relativ junge New Yorker Labels aber hin und wieder kamen auch Aufträge von älteren, bekannteren Modehäusern.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Sein Apartment war nicht besonders groß, fiel aber durch die vielen schwarz weiß Fotografien an den Wänden auf. Die meisten waren Bilder von Gebäuden oder vielfach vergrößerten Ausschnitten und die wenigen, die einen Mensch zeigten, zeigten immer die gleiche Frau.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Er vermied die Blicke von ihr und legte sich aufs Sofa, nachdem er das Album mit seinen privaten Lieblingsbildern aus dem Regal gezogen hatte. Die Seiten am Anfang blätterte er schnell durch, gegen Mitte jedoch wurde er langsamer, denn wieder lächelten ihn die großen braun-grünen Augen der einen Frau an. Sanft ließ er seinen Daumen über die Kontur ihrer Wange wandern bevor er ihre Lippen nachfuhr.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Sie war es gewesen, die sein 'gewisses Etwas' verstärkt hatte, und sie war es gewesen, wegen der es vollkommen verblasst war. Im Kopf zählte er die Monate und Tage, die vergangen waren, seit sie von einem unachtsamen Autofahrer gerammt und zum sterben liegen gelassen worden war. Die Nachricht hatte sein Herz zerissen und bis jetzt hatte keiner es geschafft, es wieder zu flicken. Viele hatten versucht, die Scherben wieder aufzusammeln und in Form zu bringen, aber alle waren gescheitert.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Ohne das er es gemerkt hatte, hatte sich eine Träne den Weg über seine Wange, über die Stoppeln seines Bartes hinab über sein Kinn gebahnt hatte und schließlich mit einem leisen plopp auf das Foto fiel.[/FONT]




[FONT=Verdana, sans-serif]Deine Wörter: Alkohol, "Girls' night out", Absatz (also vom Schuh); NCIS s'il te plait ^^
[/FONT]
 

Cosette

1.000er-Club
Registriert
1 Juli 2004
Beiträge
3.996
Ort
Somewhere beyond reality
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Girls’ Night Out

Nervös trommelte Michelle Lee mit den Fingern auf dem Schreibtisch, darauf wartend, dass ihre beiden Kolleginnen Ziva David und Abigail Sciuto erschienen. Die Neue im Team von Special Agent Gibbs, die „Bambina“ wie sie von Tony gerne genannt wurde, hatte einen für ihre Verhältnisse kurzen Rock und ein eng anliegendes blaues Top an, darüber trug sie eine dunkle Jacke. Nervös sah sie sich um, im Moment war das Büro leer, doch sie hatte die Angst, dass jemand zurückkehren und sie hier sehen könnte.
Wie gerufen ertönte das Geräusch des Aufzugs und Michelle zuckte zusammen. Sie biss sich auf die Lippen und wandte sich um, damit sie sehen konnte, wer gerade gekommen war. Gott sei Dank war es nur Dr. Mallard, der wahrscheinlich etwas von Abby wollte. Diese war zwar noch nicht da, doch das konnte der Pathologe ja nicht wissen. Verwundert sah er sich um, bis sein Blick auf die junge Frau, die an ihrem Schreibtisch saß, fiel.
„Agent Lee, wissen Sie zufällig, wo Abby ist?“, fragte er höflich.
„Nein, tut mir Leid, Doktor. Ich warte auch auf sie.“
Erstaunt zog der etwas ältere Mann die Augenbrauen hoch und nickte. Dann murmelte er etwas, dass sich wie „Dann frage ich sie morgen“ anhörte und verschwand wieder in Richtung Fahrstuhl.
Mit einem erleichterten Seufzer ließ sich die Chinesin in ihren Stuhl sinken und schloss die Augen. Sie wollte nicht, dass jemand von ihrem Vorhaben erfuhr, denn damit hätten ihre Mitarbeiter sie nur aufgezogen. Besonders Special Agent DiNozzo, der von allen nur Tony genannt wurde, hätte seinen Spaß, wenn er erfahren würde, was sie und ihre beiden weiblichen Kollegen heute vorhatten. Sie arbeitete zwar noch nicht lange hier, aber sie kannte ihren kurzzeitigen Chef schon gut genug, um zu wissen, dass er gern seine Scherze mit den Mitgliedern des Teams trieb. Und anscheinend hatte er es vor allem auf die neuesten Mitarbeiter abgesehen, zumindest war es bei McGee so gewesen.
Aufgeregt ließ sie ihre Finger noch einmal durch ihr glattes, schwarzes Haar gleiten und betrachtete sich in dem kleinen Taschenspiegel, den sie immer bei sich trug. Auf ihre Lippen hatte sie einen leicht rosa Lipgloss aufgetragen und um ihre Augen glitzerte hellblauer Lidschatten. Im Prinzip sah sie heute sogar ganz gut aus, doch sie ahnte schon, dass sie diese Gewissheit verlieren würde, sobald Ziva den Raum betrat. Kopfschüttelnd legte sie den Spiegel in ihre Handtasche zurück und korrigierte ihre Haltung.
Als sie die beiden Stimmen vernahm, stand sie auf und blickte zu der Tür. Kurz darauf betraten Ziva und Abby den Raum, allerdings bemerkten sie Agent Lee anfangs gar nicht, da sie ganz in ihre Unterhaltung vertieft waren. Schließlich standen sie vor ihrer Kollegin und begrüßten sie mit einem Lächeln.
„Hey! Sind Sie bereit?“, fragte Ziva. Sie hatte ihre Haare hochgesteckt und eine Dreiviertelhose kombiniert mit einem engen, schwarzen Shirt an, während Abby ihre Haare offen trug und einen fast sündhaft kurzen schwarzen Rock und ein pinkes Top mit einem schwarzen Aufdruck an, darüber trug sie eine schwarze Lederjacke.
„Natürlich, wir können gehen“, antwortete Michelle leise. Ziva grinste sie an, als kannte sie die Gefühle in der jungen Chinesin, doch sie fühlte sich, als ob niemand das, was ihr gerade durch den Kopf ging, verstehen konnte.

„Ready for Girls’ Night Out??“, schrie Abby einige Minuten später, als alle drei in ihrem Auto saßen und sowohl Ziva als auch Michelle ihre Ohren zu hielten, um von der auf volle Lautstärke gedrehte Musik keine Kopfschmerzen zu bekommen. Sie selbst hingegen wiegte sich im Takt und sang teilweise sogar lauthals mit, was Ziva – die neben ihr saß – zusammen zucken ließ. „Ja, Abby, aber bitte, könntest du diesen Krach ein wenig leiser drehen?“, flehte die junge Frau, die früher für den Mossad gearbeitet hatte. Die Nase rümpfend drehte die Forensikerin am Knopf und die lauten E-Gitarren klangen sofort etwas ab. Sie zog ihre Augenbrauen hoch und musterte Ziva von der Seite. „So hört man aber gar nichts mehr, das ist gemein“, maulte sie gespielt und boxte der Israelin leicht in den Arm, als diese begann, zu lachen. Dann bog sie in eine Nebenstraße ein und schaltete den Motor ab.
„Da sind wir“, meinte sie und tauschte viel sagende Blicke mit Ziva. Die beiden stiegen aus und auch Michelle verließ unsicher das Auto. Sie fragte sich wohl, was sie hier wollten. Lächelnd hakte sich Abby bei ihr unter und führte sie zu einer kleinen Tür, die wohl der Hintereingang irgendeines Klubs war, denn ihnen dröhnte laute Techno-Musik. Alle drei betraten den Flur, der ziemlich leer wirkte, was aber daran lag, dass er in einen größeren Raum führte, der gefüllt mit Leuten war. Sofort bahnten sich Ziva und Abby ihren Weg zur Theke und zogen ihre neue Kollegin mit sich.
„Hey, Pete. Drei Tequila, bitte!“, rief Abby dem Barkeeper zu, der sie und Ziva schon kannte. Dann wandte sie sich zu Michelle. „Also, hör gut zu. Das ist hier ist unser neues Einführungsritual. Wir machen ein Wett-Trinken“ Sie wollte es der jungen Frau ernsthaft erklären, doch als sie deren geschockten Gesichtsausdruck sah, musste sie einfach lachen. „Schon gut, es ist nichts Kriminelles! Wer am meisten Tequilas trinkt, gewinnt!“ Fragend sah sie ihre Kollegin an, bis diese langsam und etwas ängstlich nickte. „Gut. Los geht’s!“, rief Abby, als die Getränke angekommen waren.
Sofort griffen sie und Ziva nach ihren Drinks, um sie runterzustürzen, Michelle zögerte noch etwas, tat schließlich aber das Gleiche. Immer wieder orderten die drei jungen Frauen neue Drinks, bis sie alle nicht mehr konnten.
„Ich geb’s auf, Ziva hat gewonnen...“, nuschelte Abby und Michelle nickte zustimmend. Ziva schmiss die Hände in die Luft und führte erst einmal einen Freudentanz auf. „Ich hab’s doch gewusst!“, schrie sie und ließ ihre Hüften kreisen, während sie ihre Arme grotesk verbog. Da brach Michelle in schallendes Gelächter aus und stupste Abby, die neben ihr saß an. „Was macht sie da mit ihren Händen?“, schrie sie, obwohl sie ihren Mund an Abby’s Ohr gehalten hatte.

Ziva wurde in ihrem Tanz gestört, als plötzlich ihr Absatz abbrach und sie sich an jemandem festkrallen musste. Orientierungslos sah sie nach oben und blickte direkt in die Augen von Tony. „Oh“, kam ihr nur über die Lippen. Der junge Mann zog die Augenbrauen hoch und drückte seine Kollegin etwas von sich weg. „Ziva. Hast du etwas Alkohol getrunken?“ „Jaaaa, ich hab den Wettbewerb gewonnen“, nuschelte Ziva als Antwort, während im Hintergrund Michelle und Abby gleichzeitig in Lachen ausbrachen. „So, den Wettbewerb also“, meinte er ernst. Normalerweise hätte er sich über die drei lustig gemacht, doch Ziva wirkte schon ziemlich betrunken und er sorgte sich um sie. „Vielleicht wollt ihr nach diesem Wettbewerb nach Hause gehen?“ „Neeeiin!“, grölte Michelle und die beiden Anderen nickten etwas übertrieben. Etwas genervt seufzte Tony und sah Ziva an. „Und wenn wir den Wettbewerb noch einmal machen und ich gewinne, darf ich dich dann nach Hause bringen?“ Ziva kicherte kindisch und nickte. „Abgemacht!“, quiekte sie.
Die beiden setzten sich an die Theke und bestellten einen Tequila nach dem Anderen, begleitet von den Anfeuerungsrufen von den beiden jungen Frauen, mit denen Ziva hergekommen war und immer waren die beiden auf Gleichstand, bis Ziva kurz innehielt und Tony in der Zwischenzeit drei Gläser hinunterstürzte. Jubelnd nahm Tony eine große Flasche Bier und nahm von dieser auch noch einen Schluck, zur Feier seines Sieges. Dann sah er Ziva auffordernd an und diese stand gehorsam auf, um sich von ihren Freundinnen zu verabschieden und mit Tony zu seinem Wagen zu gehen. Die beiden stiegen ein und fuhren los in Richtung seines Apartments.
„Sag mal, Tonyy, du darfst doch nicht fahren, wenn du getrunken has’...“, murmelte Ziva nach einiger Zeit.
„Tja, vielleicht habe ich ja gar nicht wirklich getrunken“, meinte Tony nur grinsend und parkte in seiner Garage. Er half seiner Kollegin aus dem Auto und die beiden fuhren mit dem Aufzug nach oben, um die kleine Wohnung zu betreten. Sofort warf sich Ziva auf das Sofa und nickte ein, während sich Tony noch umzog und etwas aufräumte. Er nahm eine Decke und legte sie auf den Körper der schlafenden Israelin. Mit sanftem Blick musterte er ihr friedliches Gesicht, ihre weiche Haut und ihre seidigen Haare, bevor er sich neben sie legte. So schliefen die beiden nebeneinander, bis am nächsten Morgen die ersten Sonnenstrahlen auf ihre Gesichter fielen.

Wörter: Nacht, Hosenträger, Schwindel - Dr.Who :)
 

Night

5.000er-Club
Registriert
3 Januar 2004
Beiträge
8.634
Ort
The Blue Box
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Das candlelight Frühstück

„[FONT=Verdana, sans-serif]Rose!“ drang die Stimme des Doctors gedämpft zu ihr. Mit einem verschlafenen Grummeln drehte sie den Kopf weg und versuchte ihn zu ignorieren. „Rose, wach auf!“ rief er abermals, diesmal etwas lauter. Missmutig drehte sie sich zurück zu ihm und öffnete ein Auge halb. Ein unausstehlich fröhliches Grinsen war das erste das sie sah und das praktisch die Hälfte des Gesichts des Doctors einnahm. „Na komm, Geburtstagskind, es geht doch!“ meinte er und das Grinsen wurde sogar noch breiter. „5 Minuten noch, ich bin ja schon wach...“ Jammerte Rose und kniff stur die Augen wieder zu.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Der Doctor musste sich wohl oder übel damit zufrieden geben und verließ seine Begleiterin mit den Worten: „Wie du meinst... Wir haben ja Zeit.“ Die Zeit innerhalb der TARDIS hatte einen eigenen Rhythmus. Man konnte nicht wirklich sagen, wann ein Tag vorbei war, wenn man nicht der Doctor war und so hatte auch Rose erst nachdem er ihr Zimmer verlassen hatte, gemerkt, dass er sie 'Geburtstagskind' genannt hatte. Mit einem Mal war sie hellwach und saß mit weit aufgerissenen Augen im Bett. Es konnte doch nicht sein, dass sie wirklich ihren Geburtstag vergessen hatte... oder? [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr, die sie so eingestellt hatte, dass sie das Datum, das auf der Erde in ihrer Zeit war anzeigte und tatsächlich war es ihr Geburtstag. Der Gedanke daran beflügelte sie plötzlich und blitzschnell war sie im Hauptraum der TARDIS wo der Doctor an einigen Geräten Einstellungen veränderte. Sie trug immernoch den grün-blau gestreiften Flanellschlafanzug, da sie ihr Weg direkt aus dem Bett hierher geführt hatte und erneut tauchte ein Grinsen auf den Lippen des Doctors auf. [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Rose öffnete den Mund um ihn zu fragen, warum er sie geweckt hatte, doch er war schneller.[/FONT]
„[FONT=Verdana, sans-serif]Geh in die Garderobe und such dir was nettes zum Anziehen. Heute ist ein besonderer Tag.“ meinte er mit einem Zwinkern bevor er hinzufügte, sie solle sich Zeit nehmen. Rose blieb nichts anderes übrig als erstaunt zu nicken bevor sie die Treppe hinauf zu der umfangreichen Garderobe der TARDIS stieg.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]'Etwas nettes' hallte die Stimme des Doctors in ihrem Kopf wieder, als sie die Hand über die verschiedensten Kleidungsstücke gleiten ließ. Er hatte sie hierher geschickt, also wollte er, dass sie etwas besonderes trug. Sie wusste nicht, was er vorhatte und hatte auch keine Ahnung davon, was sie wählen sollte, aber schließlich entschied sie sich für ein dunkelblaues, knielanges Kleid, um dessen Mitte ein schwarzer Gürtel geschlungen war, den eine Samtrose in derselben Farbe zierte.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Als Rose sich schließlich fertig geschminkt und auch Schuhe gefunden hatte, die zu dem Kleid passten, ging sie die Treppe wieder hinunter um sich dem Doctor zu präsentieren. [/FONT]
„[FONT=Verdana, sans-serif]Doctor?“ rief sie verwirrt, als sie ihren Begleiter nirgendwo entdecken konnte. Für eine Weile war es still, doch dann hörte sie einen anerkennenden Pfiff und blickte nach oben. Der Doctor hatte sich ebenfalls an die Garderobe gemacht und trug nun einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd, an dem die obersten Knöpfe offen standen. Schnell lief auch er die Treppe hinab um Rose dann schwungvoll an der Taille zu fassen und ihr eine einzelne rote Rose zu reichen. „Alles Gute zum Geburtstag!“ wünschte er ihr grinsend bevor er sich von ihr löste und die Tür der TARDIS öffnete. „Die Dame.“ Forderte er sie mit einem Zwinkern auf und verbeugte sich, als sie durch die Türe schritt.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Draußen war es Nacht und ein lauer Wind bließ ihr ins Gesicht. Sie hob den Kopf und entdeckte, dass über ihr tausende Sterne, sowie ein am Himmel blitzten. Rose schloss kurz die Augen und atmete tief durch, bevor sie den Ort an dem sie sich befanden näher erkundete. Die TARDIS stand einsam inmitten eines relativ großen Platzes, der, wie sie schon bald entdeckte, das Flachdach eines Hochhauses waren. Sie begang den Fehler, einen Blick über den Rand zu werfen, woraufhin sie ein leichter Schwindel überkam. Zum Glück war der Doctor ihr gefolgt und sie hielt sich dankbar an ihm fest.[/FONT]
„[FONT=Verdana, sans-serif]Es ist wunderschön hier...“ flüsterte die junge Frau bevor sie dem Doctor einen Kuss auf die Wange drückte. „Ist das mein Geburtstagsgeschenk?“ fragte sie dann, da ihre Neugier nun doch zu groß wurde.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Der Doctor lächelte geheimnissvoll. „Naja, ein Teil davon. Komm mit!“ Er streckte die Hand aus und umfasste die von Rose sanft, bevor er sie zurück zur Mitte des Daches leitete. [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Vor ihr stand ein kleiner Tisch, der nur durch eine lange weiße Kerze erleuchtet wurde. Darauf standen zwei Teller, eine Obstschale und noch einiges mehr. „Es ist nicht gerade ein Dinner, aber wer will schon etwas, das alle kennen? Du bekommst heute ein Candlelight Frühstück.“ meinte er grinsend, bevor er einen der Stühle zurückzog damit Rose platz nehmen konnte. Der hatte es für einen Moment die Sprache verschlagen, bevor sie leise lachte. „Vielen Dank, Doctor.“ meinte sie mit einem breiten Lächeln und nahm sich eine Traube aus der Obstschale.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Die beiden aßen für eine Weile und unterhielten sich dabei. Der Doctor versprach Rose, sie im Laufe des Tages noch nach London zu ihrer Mutter zu bringen und Rose versuchte immer wieder, herauszufinden, wie der Doctor es geschafft hatte, einen voll gedeckten Tisch mitten auf dem Dach eines verlassenen Hochhauses auftauchen zu lassen, doch er verriet es nicht.[/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Mittlerweile hatte sich die Obstschale geleert. Rose und der Doctor saßen noch für eine Weile da, bevor der jungen Frau eine Idee kam. Sie stand auf und zog an der Hand des Doctors, damit er es ihr gleich tat. Als er endlich stand, schmiegte sie sich an ihn und meinte mit einem leichten Lächeln: „Wir haben unseren Tanz nie wirklich zu Ende getanzt.“ Sie entfernte sich ein Stück und blickte erwartungsvoll in das Gesicht des Doctors, der gespielt resigniert seufzte und theatralisch mit den Augen rollte. „Muss das sein?“ [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Rose schüttelte empört den Kopf. „Ja! Heute ist mein Geburtstag, es muss sein.“ [/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]Der Doctor lachte leise, machte aber immernoch keine Anstalten, wirklich zu tanzen. Rose zog an seinem Hosenträger und ließ in schnalzen, woraufhin der Doctor sein Gesicht beleidigt verzog. „Na wenn es unbedingt sein muss...“ Er dehnte das Wort 'unbedingt' und sah nicht besonders glücklich mit der Situation aus, aber Rose ergriff seine Hand und schließlich gelang das Tanzen ihm sogar recht gut.[/FONT]


Wörter: Honig, Unwetter, Katze


btw: über FB freuen wir uns immer ;)
 

Carrie

Gottkaiserin
Registriert
20 April 2003
Beiträge
10.612
Ort
Kathiversum
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

hehe ihr zwei rockt :D

nice Storys habt ihr da, wirklich. leider kenne ich Dr. Who nicht, außer natürlich was ich von little Miss Freak hier so erzählt bekomm :D ;) aber die Story ist wirklich nett - klingt richtig romantisch :)
die NCIS-FF war auch toll.. ich bin zwar zur Zeit mehr auf Tony-Kate, aber Ziva ist auch ok und die Geschichte endet wirklich herzig ;)

macht weiter so :)

lg syd
 

Cosette

1.000er-Club
Registriert
1 Juli 2004
Beiträge
3.996
Ort
Somewhere beyond reality
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Rache

Die Unterarme züchtig nebeneinander auf den Tisch gelegt und starrem Blick saß sie da. Ihre graue Katze, die schon seit vielen Jahren ihre beste Freundin war, strich um ihre Beine, doch dieses Mal bückte sie sich nicht, um nach dem Tier zu greifen und es auf ihren Schoß zu legen.
Das Läuten der Glocken des Kirchturmes, welches von draußen wie auf Wellen herein getragen wurde, klang wie das Grollen einer Stimme, die den Weltuntergang verkündete. Und das war es auch – der Weltuntergang.
Das Unwetter wütete schon seit einigen Stunden und jedes Mal rüttelte der Donner an den Fenstern, so dass sie unheilvoll klirrten. Blitze erhellten den grauen Himmel und der Regen prasselte hart, so dass es auf der Haut fast wehtat. Sie war draußen gewesen, als das Gewitter begonnen hatte. Gerade noch hatte die Sonne geschienen – eine Frechheit, wie sie meinte, denn dieses Wetter entsprach überhaupt nicht ihrer Stimmung – und plötzlich wehte der Wind ihr die Haare ins Gesicht, der Himmel verdunkelte sich und von Weitem konnte man schon das Donnern, welches das Unwetter verkündete, hören. Ein trauriges Lächeln war auf ihren Lippen erschienen. „Das passt schon eher“, war ihr durch den Kopf geschossen.
Nun war sie hier, die Haare noch nass, reglos am Tisch sitzend und ungeduldig wartend. Es würde nicht mehr lange dauern, doch sie konnte es gar nicht erwarten.
Sie musste an ihn denken, an seine liebevollen Berührungen, die Liebe in seinen Augen und dann seinen Verrat. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen und ihre Finger krallten sich in die Tischdecke – der Ausdruck in ihren Augen war hasserfüllt.
Um sich von ihrer Ungeduld abzulenken, stand sie auf und begann, die Küche aufzuräumen. Mit flinken Händen griff sie nach Tellern oder Gläsern, die neben der Spüle standen und ließ das Wasser laufen. Es fühlte sich beruhigend warm auf ihrer Haut an und komischerweise ließ das Beobachten des Drecks, der nach und nach von dem Porzellan gewaschen wurde, sie ihre Nervosität und Ungeduld vergessen. Ihre blaugrauen Augen glänzten leicht und das kastanienbraune Haar stand ihr in Locken vom Kopf ab.
Als sie mit dem Waschen fertig war, machte sie sich daran, die Tischdecke zu glätten. Dabei fiel ihr ein Glas auf, das noch auf dem Tisch stand. Der Honig, welcher sich darin befand, glänzte leicht. Sie nahm es in die Hand, tauchte den Finger in die Flüssigkeit ein und steckte ihn dann genüsslich in den Mund. Es gab auch kleine Freuden im Leben und das war eine.
Schließlich stellte sie das Glas aber in den Schrank und war somit mit ihrer Arbeit in der Küche fertig.
Es wurde Zeit aufzubrechen. Sie verließ die Küche und griff nach ihrem schwarzen Mantel. Die dunkle Wärme, die sie umgab, als sie ihn anzog, war angenehm. Sie schloss kurz die Augen, um ihren Plan noch einmal durchzugehen. Es war alles perfekt und sie würde es durchziehen, da war sie sich sicher. Nichts konnte sie davon abhalten, sie wollte Rache. Er hatte sie verletzt, sie innerlich getötet. Jetzt würde sie es tun – sie würde ihren Mann töten.

Wörter: Livejournal, Handy, Kugelschreiber - CSI :D
 
Werbung:

Ratte

500er-Club
Registriert
27 März 2006
Beiträge
681
Ort
In meiner Fantasie
AW: Night vs. Cosette - Storybattle

Große Klasse finde eure Geschichten echt genial da bekommt man richtig lust aufs selber schreiben also großes Kompliment ihr Beiden.
 
Oben