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Stories

Night

5.000er-Club
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3 Januar 2004
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8.634
Ort
The Blue Box
Tada, was neues von mir :)
Ich denke, hier werden noch mehr Geschichten dieser Art reinkommen, desshalb der Titel...

Würde mich über FB und/oder konstruktive Kritik freuen ;)



Es war fast kein Laut zu hören, während die junge Frau über den Friedhof ging.
Ihr bleiches, schmales Gesicht war das einzige, das man durch die Dunkelheit der mondlosen Nacht hindurch erkennen konnte. Sie hätte auch blind den Weg zu ihrem Ziel gefunden, so oft war sie in dieser kurzen Zeit schon zu ihm gegangen.
Es schien, als würden ihre Füße den Boden kaum berühren und dementsprechend still war es.
Nach einigen Minuten blieb sie stehen und suchte mit ihren dicht bewimperten, unergründlichen Augen den Himmel ab. Nicht einmal Sterne konnte sie entdecken, so schwarz war die Nacht.
Je näher sie dem Grab kam, desto lauter pochte ihr Herz unter dem schwarzen Mantel, der ihren schlanken Körper verhüllte. Ihr Atem wurde schwerer und auch ihre Schritte waren nicht mehr so leicht und schwebend. Sie hatte gedacht, es würde leicht sein, aber das war falsch.
In ihren Gedanken ließ sie ihr Leben, oder das Leben, bevor es geschehen war, revue passieren. So viele frohe und glückliche Stunden hatte sie verbracht.
Wie schnell sich alles ändern konnte, dachte sie wehmütig, während sie ihren Schritt verlangsamte. Sie konnte spüren, dass sie ihrem Ziel nahe war. Nur noch wenige Meter...
Vor einem unscheinbaren, grauen Grabstein blieb sie stehen und richtete ihren Blick abermals in den Himmel. Dann suchte sie den Friedhof nach ungebetenen Zuschauern ab, konnte aber niemanden finden. Ein Hauch von einem Lächeln tauchte auf ihren dunkelroten Lippen auf, während sie sich in das feuchte Gras kniete. Ihre langen Finger flogen über den Stein, fuhren den Namen nach, der darin eingraviert war. Den Namen der ihrem Geliebten gehört hatte... bevor es geschehen war.
Sie seufzte leise, während sie den schwarzen Mantel zu Boden gleiten ließ. Sofort lief ein Schauer über ihren Rücken und ihre Nackenhaare stellten sich auf. Es war eine unangenehme Nacht. Kalt und feucht und es würde bald Schnee geben, dachte sie, ihren Körper umklammernd. Für einen Moment schweiften ihre Gedanken ab – zu anderen, scheinbar unwichtigen Dingen, doch sie besann sich bald wieder der Absicht in der sie hergekommen war.
Ihre Hand tastete nach dem Manel, den sie zuvor getragen hatte, tastete nach der Manteltasche, in der sich das Messer befand, das schärfste, dass sie hatte finden können, das Messer das er am liebsten benutzt hatte.
Als sie es vor ihre Augen hob, blitzte die Klinge auf und für einen Augenblick erschien wieder ein Lächeln auf ihren Lippen.
Bald würde es vorbei sein... Bald würde sie wieder bei ihm sein, in seinen starken Armen liegen, mit ihm lachen, seine weiche Haut auf ihrer spüren, fühlen, wie seine Finger sich in ihren verhakten. Bald...
“Bald...” hauchte sie in die Nachtluft und legte den Kopf in den Nacken. Nicht mehr lange würde es dauern... Sie befeuchtete ihre vollen Lippen und betrachtete den Grabstein ein letztes Mal.
Dann hob sie die Klinge hoch und stieß sie mit all ihrer Kraft in ihre Brust. Jetzt war es geschehen. Jetzt war sie befreit. Während sie spürte, wie sich ihr Oberteil langsam mit ihrem Blut voll sog, schwanden ihr die Sinne und sie kippte auf den Grabstein, der sich daraufhin rot färbte.
Wie Blitze zuckten ihr Erinnerungen durch den Kopf. Erinnerungen an die Zeit mit ihrer Familie, Erinnerungen an die Zeit mit ihren Freunden, Erinnerungen an all die schönen Dinge, die sie in ihren 21 Jahren erlebt hatte, Erinnerungen auch an die Dinge, die nicht so schön waren, die sie aber gemeinsam mit Leuten überbrückt hatte, die ihr nahe gestanden hatten... Leute, die sie dann erst verlassen hatten, als sie sie am nötigsten gebraucht hätte.
In ihren Augen bildeten sich Tränen, aber nur eine davon schaffte es, sich glitzernd den Weg über ihre Wange zu bahnen. Nur eine, mit der in diesem Augenblick ein Leben ausgehaucht worden war.
 
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Wow, ich liebe diese Story einfach. Sie ist so wunderbar traurig und ohne eine gute Schreibweise hätte man das nicht hingekriegt.
Also ich finde die Geschichte super und doch habe ich ein paar kleine Kritikpunkte:

* Als ich von dem Messer gelesen habe, wusste ich sofort worum es ging. Da hätte man noch ein klitzekleines bischen mehr Spannung aufbauen können.

* Auch wenn die Idee der Wiederholung von diesem "Bald.." im Prinzip sehr schön ist, passt sie irgendwie nicht.

Joa, aber das wars auch schon und irgendwie ist das ja auch egal, ob ein "Bald" wiederholt wird oder nicht, wenn eine Geschichte so schön ist!
 
Hm, also zuerst mal muss ich sagen, dass du die Geschichte gut geschrieben hast. Die Gefühle, die Situation, die Umgebung, die Person selbst... das alles hat du eigentlich sehr gut beschrieben.

Ich muss Cosette allerdings recht geben, dass ab dem Moment, wo das Messer auftaucht, sofort klar ist, worauf die Geschichte hinausläuft und das war schon etwas schade... vor allem, weil ich finde, dass in der letzten Zeit fast nur noch Kurzgeschichten mit tödlichem Ausgang hier veröffentlicht werden.
Das soll keine Kritik an dir oder deiner Geschichte sein, das ist mir grad nur so aufgefallen beim Lesen ;)

Was mich allerdings gestört hat, war dieser eine Satzteil:
...das Messer das er am liebsten benutzt hatte.
Den finde ich doch etwas seltsam. Welcher Mensch hat schon ein Lieblingsmesser? *wunder* Bei nem Kleidungsstück, ok. Oder ein Lieblingsbuch, oder irgend so was :D Aber ein Messer? Na ja, das fand ich halt doch etwas seltsam, aber ist auch das Einzige.

Ansonsten ein großes Lob von mir, vor allem für den Schreibstil.
 
@Elenia: Ich muss dich enttäuschen, ich hab im Moment nur noch mehr solcher Geschichten auf lager ^^
Frag nicht warum, aber ich finde, man kann über sowas gut schreiben :D

Und mit dem Messer... Jaaa, da hätte ich wohl noch dazu schreiben sollen, dass er es zum Kochen benutzt hat *rofl* Ist mir gar nicht aufgefallen, dass das sonst etwas seltsam wirkt ^^
Naja und so früh taucht es ja wirklich nicht auf... ;)
 
*Mich garnicht von Sarah und Joe dazu gezwungen fühl hier was zu schreiben* :p


Aaaallllsso:

Erstmal muss ich mich den anderen anschließen und sagen das ich deinen Schreibstil ebenfalls total klasse finde. Viel, viel besser wie bei älteren Geschichten von dir die ich irgendwann mal gelesen habe.^^

Das einzige was mir jetzt auch als kleine Kritik aufgefallen ist, dass das mit dem Messer die ganze Spannung zunichte gemacht hat und auch mir sofort klar war worauf das Ende hinauslaufen wird...
Das wars dann aber auch schon mit Kritik... ;)


Oh man bin ich nett, jetzt hab ich hier doch was geschrieben und du brauchst keinen DP zu machen und die Karte musst du mir jetzt doch schicken.^^
:umarmung:
 
hehe, vielen Dank nochmal, Ma :umarmung:


hab eben Nr 3 abgetippt und war zu faul, Nr 2 zu öffnen lol, desshalb müsst ihr euch mit dieser hier begnügen :D
(ich mag sie aber lieber wie Nr 2)

Wie gesagt, ich freu mich über viiieeel FB und nehme auch Verbesserungsvorschläge gerne an ;)

Ein leichter Rosenduft zog duch die schwach erleuchtete Wohnung. Eine junge Frau im Bademantel streifte gedankenversunken durch ihr kleines Wohnzimmer. Vor ihrem Schreibtisch blieb sie einen Moment stehen und warf einen prüfenden Blick darauf.
Vor ihrem Schreibtisch blieb sie einen Moment stehen und warf einen prüfenden Blick darauf. Sie hatte alles aufgeräumt und Kerzen angezündet. Die ganze Wohnung war nur von dem schwachen Flackern der Kerzen erleuchtet. Sie hatte alles so plaziert, dass nichts anbrennen konnte. Mit einem Lächeln auf den Lippen rückte sie den Brief, der an den Kerzenständer auf ihrem Schreibtisch gelehnt war, gerade. Ja, alles war perfekt, stellte sie zufrieden fest, bevor sie sich ins Badezimmer begab. Dort waren ebenfalls gedämpfte Lichter plaziert und das Badewasser duftete nach Rose.
Bedächtig setzte sie sich vor den Spiegel und kämmte ihre langen, blonden Haare, die ihr wie flüssiges Gold über die, mit einem Bademantel bekleideten Schultern fielen. Nach einiger Zeit legte sie die Bürste zur Seite und schlang ihre Haare zu einem dicken Knoten in ihrem Nacken, bevor sie sich ganz leicht schminkte. Nur einen Hauch von Rouge und ein bisschen Wimperntusche, dachte sie und sie lächelte wieder. Ein geheimnissvolles Lächeln, das ihr eine besondere Ausstrahlung verlieh.
Dann stand sie auf und zog die Vorhänge vor das Badezimmerfenster. “Perfekt...” flüsterte sie und befeuchtete die vollen Lippen, während sie den weißen Bademantel zu Boden gleiten ließ. Ihr Körper schimmerte bronzen im Schein der Kerzen, als sie sich in die Badewanne gleiten ließ. Wie schön sich das Wasser anfühlte, dass ihren Körper umspülte, dachte sie und schloss genießerisch die Augen. Als sie diese wieder öffnete, griff sie nach einem kleinen Metallkästchen und spielte damit, ohne es aufzumachen. Die silberne Farbe dieses Döschens spiegelte sich für einen Augenblick in ihren tiefblauen Augen wieder, die in diesem Moment so tief und dunkel wie die See in einer stürmischen Nacht waren.
Sie holte tief Luft, bevor sie das Kästchen öffnete und den Innhalt vorsichtig herausnahm. Als sie die Rasierklinge erblickte, tauchte das Lächeln abermals auf, doch es verschwand nach wenigen Sekunden wieder. Mit geschlossenen Augen setzte sie zu einem Schnitt an ihrem rechten Arm an. Bevor sie die Klinge durch ihre samtweiche Haut zog, holte sie noch einmal tief Luft. Dann wiederholte sie den Schnitt an ihrem linken Arm und legte die Klinge zur Seite, bevor sie beide Handgelenke in das Badewasser tauchte, das sich daraufhin rötlich färbte. Erst jetzt öffnete sie die Augen wieder und beobachtete, wie ihr Blut Schlieren durch das Wasser zog, dessen Farbe sich immer mehr veränderte.
Jetzt war es endlich geschehen... dachte sie. Nie wieder würde sie sich so behandeln lassen, von einem! Sie tauchte bis zum Hals in das Wasser und ließ ihren Gedanken freien Lauf. Ihr Vater, der immer von ihr verlangte, perfekt zu sein, wäre außer sich, wenn er wüsste, was sie in diesem Augenblick tat. Ja, sein ihre Mutter gestorben war, hatter ihr Vater immer von ihr erwartet, dass sie seine Frau ersetzte. Sowohl im Alltag als auch in der Nacht. Ihr Herz krampfte sich zusammen, als sie an diese schreckliche Zeit dachte und eine Träne schimmerte in ihrem Augenwinkel. Aber das würde jetzt alles enden. Nie wieder sollten sie diese Erinnerungen quälen und nie wieder würde ihr Vater sie zum weinen bringen.
Sie spürte, wie allmählich das Leben aus ihr wich und gab sich ganz dem Wasser hin, das sich inzwischen blutrot gefärbt hatte. Mit geschlossenen Augen glitt sie immer tiefer in die Badewanne, bis sie sich schließlich ganz unter Wasser befand und endlich den Frieden erlangte, nach dem sie sich schon so lange gesehnt hatte.
 
Hm, ich spüre irgendwie gerade den Drang, meinen Post von oben (natürlich ohne den Aspekt mit dem Messer ;) ) nochmal zu posten :D

Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, alles ist schon formuliert und beschrieben, aber wie gesagt: die Thematik kommt in letzter Zeit oft vor und ab dem Zeitpunkt wo sie die Rasierklinge nimmt, weiß man, was passiert.

Also, deinen Schreibstil kann ich wirklich nur loben, aber vielleicht versuchst du dich ja mal an einem anderen Thema? ;)
 
Erst mal: schöne geschichten
und: obwohl man sich, wie gesagt, schon recht früh alles denken kann,
finde ich dennoch, dass alles, was auf den verratenden aspekt folgt, sehr schön umschrieben ist.
ich kann aber das wegen dem thema verstehen; irgendwie können viele leute
über solche themen einfacher und besser schreiben als über fröhliche.

also, mir gefallen die geschichten... weiter so!!!
LG, *Deydra :zufrieden
 
Hey Joe :p

Die 2te (oder eigendlich 3te^^) Geschichte ist mal wieder genial geworden. Auch hier gefällt mir dein Schreibstil wieder total gut und du hast die Thematik sehr gut umgesetzt. Besonders gefällt mir daran, das du alles so total positiv erzählt hast und überhaupt keine negativen Gefühle,usw. erwähnst (naja, abgesehen von denen die in der Vergangenheit liegen)...
Wirklich eine tolle Geschichte und ich mag solche eh lieber als welche die von der schönen, heilen Welt berichten.^^


Und ja, ich Feedbacke gerade doch tatsächlich total freiwillig!^^ :D
*knuffz*
 
Dankeschön ihr drei :)

So, extra für Birgit, eine Geschichte ohne Selbstmord ^^ Is zwar nicht wirklich ein Happy End, aber es stirbt niemand darin :D


Der Maskenball

Der Maskenball war wie immer gut besucht. Der große saal war erfüllt von Musik und Gemurmel. Viele tanzten, andere saßen an den runden Tischen und unterhielten sich. Wieder andere – größtenteils junge Frauen – standen am Rand der Tanzfläche, zwischen den hohen weißen Marmorsäulen und warteten darauf, aufgefordert zu werden. Eine dieser Frauen stach besonders hervor, da sie ein Kleid anhatte, dessen Farbe eine unbeschreibliche Mischung aus grün, blau und türkis war und ihre Make war pechschwarz. Fast nichts war an ihr, das sie von denen der Männer unterschied. Nur wenn man genau hinsah, bemerkte man das Muster, das die kleinen Diamanten bildeten. Passend dazu trug sie ein schwarzes Stoffband um den Hals auf dem ebenfalls ein Muster aus Diamanten angebracht war.
Ihre dunklen Haare waren zu einer kunstvollen Frisur aufgesteckt und ihre Lippen hoben sich blutrot aus ihrem blassen Gesicht hervor. Ihr Blick durchsuchte den Saal immer wieder. Sehnsüchtig musterte sie alle jungen Männer, doch sie fand ihn nicht. Ihn, auf den sie so lange gewartet hatte.
Da sie sich auf die Menschenmenge konzentrierte, hatte sie nicht gemerkt, wie er sich ihr on hinten genähert hatte. Erst als er ihren Namen flüsterte, drehte sie sich um. Als sie ihm in seine dunkelblauen Augen sah, erschien ein Lächeln auf ihren Lippen.
“Du hast mich erschreckt!”
Die Worte waren fast geflüstert, während die junge Frau von ihm auf die Tanzfläche geführt wurde. Als die Musik wieder einsetzte, war es ihr, als gehörte der ganze S'aal nur ihnen. Sie schloss die Augen und verließ sich ganz auf seine Führung. Seine linke Hand lag sanft auf ihrer Hüfte. Sie spürte die Wärme, die von ihr ausging. Ihre Finger verschränkten sich mit den seinen.
Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter, während sie mit ihm durch den Raum schwebte.
“Du siehst wieder wunderschön aus...” flüsterte er ihr ins Ohr und sie lächelte ihn an.
“Dankeschön...” hauchte sie und betrachtete seine Maske. Sie war schwarz, wie ihre, nur hatte die seine keinerlei Verzierungen. Seine blauen Augen schienen zu leuchten, als sich die Blicke der beiden kreuzten.
Für einige Minuten vergaßen sie alles um sich herum und er begann, während sie immer weiter tanzten, ihren Hals mit Küssen zu bedecken.
“Ich habe dich so vermisst. Keine Stunde ist vergangen, in der ich nicht an dich gedacht habe”
murmelte er in ihre Haare. “Bitte lass uns dieses Mal bleiben! Zeigen wir uns den anderen!”
er hatte mittlerweile aufgehört, sie zu küssen. Sie drückte ihren Körper näher an seinen. So nah, dass sie sein Herz schlagen hören konnte.
“Du weißt, wie gerne ich das täte! Aber es geht nicht! Es würde alles kaputt machen! Versteh doch!”
sie wandte sich von ihm ab um ihre Tränen vor ihm zu verbergen. Die Erinnerungen an ihre erste Begegnung stiegen wieder in ihr auf. Sie hatte ihn gesehen und sich in ihn verliebt. Ihm war es genauso ergangen, hatte er ihr am gleichen Abend gestanden.
Aber sie hatte ihn nicht gekannt, nicht gewusst, wer er wirklich war. Als sie es erfahren hatte, hatte sie gleich gewusst, dass eine Beziehung aussichtslos wäre. Dennoch hatte sie nichts gegen ihre Gefühle tun können und so waren ihnen nur die Maskenbälle geblieben, an denen sie sich treffen konnten, ohne Aufsehen zu erregen. Aber sie waren immer vor 12 Uhr gegangen, damit sie niemand ohne Masken sah.
Es tat ihr im Herzen weh, ihm das sagen zu müssen, aber es ging nicht anders. Damit er nichts erwiedern konnte, stellte sie sich auf Zehenspitzen und küsste ihn leidenschaftlich. Sie atmete seinen Geruch ein, wollte ihn in sich aufbewahren, wie in einem Fläschchen. Ihn immer wieder einatmen, um die Zeit ohne ihn zu überbrücken. Aber wie sollte sie? Sie spürte seine warmen Lippen auf ihren und genoss den kurzen Augenblick in dem sie sich so vereinten.
Über seine Schulter hinweg konnte sie die große Uhr an der Saalwand sehen. Es war Zeit für sie zu gehen.
Noch einmal küsste se ihn, bevor sie sich mit Tränen in den Augen von ihm löste. Sie wusste, er würde beim nächsten Maskenball wieder da sein, aber das war nur ein kleiner Trost für sie. Sie hatte das Gefühl, als ob ihr Herz zerspränge, als sich schließlich auch die Fingerspitzen der beiden den Kontakt verloren. Er wusste, dass sie sich nicht zurückhalten lassen würde, desshalb versuchte er erst gar nicht, sie festzuhalten. Bevor sie sich ganz von ihm abwandte, formte sie stumm die Worte “Ich liebe dich”. Dann verschwand sie in der Menge.



Freu mich über FB ;)
 
Cool, ne Geschichte extra für mich \o/ Und dann auch noch ohne Selbstmord. Da muss ich mich ja einfach freuen *gg*

Sie ist zwar auch eher von negativer Art, aber immerhin bringt sich keiner um, das ist schon mal ein riesiger Fortschritt :D
Bis auf einige kleinere Rechtschreibfehler ist sie auch wirklich gut geschrieben und gefällt mir auch vom Inhalt wirklich gut.
Das einzige, was ich persönlich etwas schade finde, ist, dass du zum Schluss nicht mehr aufklärst, nicht ein wenig mehr auf die Situation eingehst. Hätte mich nämlich schon interessiert, wer die beiden sind. So lassen sich ja nur Vermutungen schließen ;)
Aber davon abgesehen - ich meine, jeder solls ja schließlich nach seinem Geschmack schreiben - wirklich gut gelungen.
 
Jaah, deine Maskenballstory finde ich super und es wird auch niemand ermordet.
Es ist alles super geschrieben, mir gefällt dein Schreibstil sowieso sehr gut, und ich habe den ganzen Verlauf der Geschichte gespannt verfolgt, aber:

Auch ich hätte gerne gewusst, wer die beiden sind.
 
Danke für euer FB :umarmung: Und die Rechtschreibfehler sind warscheinlich nur Tippfehler, ich hab nämlich ziemlich schnell getippt, als ich die Geschichte abgeschrieben hab ^^
Hier ist ein Gedicht, das ich vor einiger Zeit geschrieben hab :)

Geh!
Geh! Geh! rufe ich in die Dunkelheit
Geh! Geh! ich bin es leid
Wie eine Klaue schließt du dich um mein Herz
Geh! Geh! Nimm mir den Schmerz!
Dein Griff nimmt mir die Luft
Geh! Geh! Zurück in deine Gruft!
Aber du willst mich nicht hören
nur immer weiter mein Leben zerstören
Nichts kann ich dagegen tun
kann nicht mehr essen, kann nicht mehr ruhn
Nie werde ich es fertigbringen
dich endlich in die Knie zu zwingen
Geh! Geh! rufe ich so laut es geht
doch die Worte werden vom Winde verweht
Geh! Geh! Ich kann nicht mehr
kämpfte ich doch schon so schwer
Geh! Geh! Der Ruf verklingt
der mich um mein Leben bringt

Freu mich über FB ;)
 
Das Gedicht find ich schön und es reimt sich auch noch (was bei meinen Gedichten nur selten der Fall ist^^)
Das "Geh" finde ich super, es ist sozusagen der rote Faden des Gedichtes.

Also, wie war es anders zu erwarten, ein super Gedicht und jetzt her mit neuen Sachen ;)
 
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Dankeschön, Sarah *knuffz*

Ich hab ewig nach einem passenden Schluss für diese Geschichte gesucht, aber leider ohne Erfolg. Entweder wärs zu kitschig oder zu dramatisch geworden, jedenfalls hat mir keine Version so richtig gefallen, desshalb hab ich jetzt einfach ein offenes Ende gelassen :) FB/Kritik und vor allem evtl Vorschläge zum Ende sind sehr erwünscht ;)
(Ach ja, die Rahmenstory hab ich mir ein kleines bisschen von dem Film "Das Appartment" abgeschaut, das wahrscheinlich eh niemand kennt ;))


Der Tag hatte für die junge dunkelhaarige Frau ganz normal begonnen. Sie war zwar allen ihren morgendlichen Pflichten nachgekommen, aber ihre Gedanken waren an einem anderen Ort.
Sie verließ das Haus in dem sie eine Wohnung gemietet hatte etwas früher als sonst.
Auf dem Weg zur Arbeit beobachtete sie die Menschen, die ihr entgegen kamen. Viele Geschäftsmänner in ihren dunklen Mänteln, hektisch und in ihren Gedanken mehr bei den Papieren in ihren Aktentaschen als auf der Straße.
Die junge Frau betrachtete jeden einen Augenblick, bevor sie einen anderen ansah. Es waren auch andere Menschen unterwegs. Auffällige und graue Mäuse. Hausfrauen und die Frauen reicher Männer, die deren Kreditkarten spazieren trugen.
Nachdem längere Zeit vergangen war, blieb die junge Frau stehen, schloss die Augen und wünschte sich, es bliebe die Zeit für einen Moment stehen und das Chaos in ihren Gedanken, das sie versucht hatte zu verdrängen indem sie sich auf die Leute konzentrierte, die sie sah, verschwände endlich. Aber nichts dergleichen geschah.
Ihr Blick wurde betrübt, als sie weiterging und sie achtete nicht mehr auf die Personen, die ihr entgegen kamen.
Es war Dezember. Die Weihnachtsmänner hatten sowohl in den Regalen als auch in den Schaufenstern und Eingangsbereichen der Kaufhäuser Position bezogen. Der Schnee hinterließ seine weißen Spuren auf den Dächern von Häusern und Autos, aber auf der Straße verwandelte er sich unter den Füßen der Passanten in sekundenschnelle zu einem grau-braunen Matsch, der ein schmatzendes Geräusch von sich gab, während die junge Frau einen Fuß vor den anderen setzte.
Bald hatte sie ihr Ziel erreicht, doch ihre Schritte wurden zögerlicher.
Als sie vor dem Gebäude stand, zu dem sie gewollt hatte, wanderte ihr Blick an der Wand des Wolkenkratzers hoch in den grauen Himmel, aus dem sich vereinzelt Schneeflocken lösten. Sie schluckte hart, ehe sie ihre Hand an den Türgriff legte und anschließend das Gebäude betrat.
Sie lächelte die Empfangsdame an und wechselte einige Worte über das Wetter mit ihr, bevor sie in das Zimmer ging in dem sie und ihre Kolleginnen ihre Garderobe und Schließfächer hatten.
Sie war früh gekommen, denn sie wollte an diesem morgen keine ihrer Freundinnen sehen. Ihren Mantel hängte sie auf einen dafür vorgesehenen Kleiderbügel und strich dann den Blazer ihrer Uniform glatt. Anschließend öffnete sie ihren Spind und trug mit Hilfe des Spiegels, den sie wie viele andere an der Tür ihres Schließfaches angebracht hatte, dunkelroten Lippenstift und schwarze Wimperntusche auf. Dann steckte sie mit geübten Handgriffen ihre dunklen Haare hoch.
Sie musste etwas in die Knie gehen um ganz in den Spiegel sehen zu können, aber sie hatte sich nach über zwei Jahren daran gewöhnt. Bevor sie den Spind schloss, legte sie ihre Handtasche hinein und knöpfte ihre Bluse ganz zu. Als sie den Raum wieder verließ, kam ihr das Geräusch, das ihre Schuhe auf dem kalten Marmorboden machten, extrem laut vor. Immer wieder drehte sie den Kopf, fast als müsse sie sich versichern, dass ihr niemand folgte. Zögernd ging sie an den Aufzügen 1, 2, 3, 4, 5 und 6 vorbei, deren Türen offen standen und nur darauf warteten, dass eine andere junge Frau sie betrat und den ganzen Tag lang Knöpfe drückte, bis sie abends endlich heim in ihre bescheidene Wohnung konnten, nur um nach einer Nacht wieder in das Gebäude zurückzukehren und den Tag in „ihren“ Aufzügen zu verbringen.
Sie kannte alle Aufzugmädchen. Oft gingen sie Freitags oder Samstags abends gemeinsam ins Kino oder etwas trinken.
Bei Aufzug Nr.7 blieb die junge Frau stehen. Sie drehte sich noch einmal um und ließ ihren Blick durch die große Halle schweifen, die bald erfüllt von Leuten und deren Gesprächen sein würde.
Dann betrat sie den Aufzug, den sie nun schon so lange bediente. Ihr Blick fiel auf die verschiedenen Knöpfe. Der am höchsten angebrachte, fesselte ihre Aufmerksamkeit besonders. Der 19. Stock. Der Knopf sah am ungebrauchtesten von allen aus. Es war der höchste Stock, indem sich nur das Büro des Direktors, der die meiste Zeit auf reisen war, befand. Die junge Frau war ihm noch nie begegnet. Wenn er sich in diesem Haus befand, fuhr er immer mit einem der ersten drei Aufzüge, das hatte sie von ihren Freundinnen erfahren.
Sie schüttelte den Kopf um die sinnlosen Gedanken an den Direktor loszuwerden.
Zögernd streckte sie die Hand aus und drückte den Knopf mit der Zahl 19, der daraufhin gelblich zu leuchten begann und die Türen des Aufzugs schlossen sich.
Sie hatte einen Entschluss gefasst und sie würde ihr Vorhaben zu Ende bringen, dchte sie und schloss für einen Moment die Augen.
Dann richtete sie ihren Blick auf die Tafel, die das Stockwerk anzeigte, in dem sie sich befand.
Sie lehnte sich an die Wand und sah sich in dem Aufzug um. Es war bisher nicht oft vorgekommen, dass sie alleine fuhr. Immer war irgendjemand da, der noch schnell zwischen die sich schließenden Türen schlüpfte und dann den Stock nannte, in den er wollte.
Je höher der Aufzug gelangte, desto nervöser wurde die junge Frau. Sie spürte den Schlag ihres Herzens und kaute auf ihrer Unterlippe herum. Der Lippenstift würde verblassen, wenn sie weitermachte, fuhr ihr durch den Kopf, aber nachdem sie einen Moment innegehalten hatte, begann sie von neuem. Was machte das jetzt schon aus?
Als die Nadel auf den 17. Stock zeigte ballte sie ihre Hände zu Fäusten. Würde sie es wirklich durchziehen? Überlegte sie, während die Anzeige auf 18 umsprang.
Nein, es gab kein Zurück mehr.
Ihre ganze Aufmerksamkeit galt nun der Nadel, die der 19 immer näher kam.
Dann machte es ein glockenähnliches Geräusch, bei dem die junge Frau zusammenzuckte, obwohl sie es jeden Tag viele Male hörte. Als sich die Türen öffneten, zögerte sie zuerst, bevor sie mit zusammengebissenen Zähnen den Aufzug verließ.
Es war hell, fiel ihr auf. Fast alles bestand aus Glas sodass sie freien Blick auf das Büro des Direktors hatte. Der Schreibtisch und die Sessel für Besucher standen verlassen im Raum und es herrschte eine fast bedrückende Stille, die sie durchbrach, als sie langsam vorwärts schritt. Sie konnte nicht anders, als sich einen dicken, glatzköpfigen Mann auf dem protzigen Chefsessel vorzustellen und der Gedanke zauberte sogar ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen. Als sie weiterging glitzerte eine Träne auf ihrer blassen Wange.
Sie ging an den 3 Aufzügen vorbei, die nach dem 7. kamen und öffnete eine schwere Tür, hinter der sich ein Treppenhaus befand, von dem sie wusste, dass es mit allen Stockwerken verbunden war. Noch konnte sie umkehren, dachte sie, mit einem Blick in die Tiefe, doch dann zeigte ihr Gesichtsausdruck wieder feste Entschlossenheit auf. Den Funken Unsicherheit in ihren Augen konnte man nur erkennen, wenn man genau hinsah.
Die Absätze ihrer Schuhe machten ein lautes Geräusch, das sich ihr mit jedem Schritt in ihr Herz bohrte. Je höher sie kam, desto weniger Luft wollte in ihre Lungen strömen und auf der vorletzten Stufe blieb sie stehen. Sie umklammerte das Geländer so sehr, dass sich ihre Fingergelenke weiß unter ihrer Haut abzeichneten und versuchte, tief durchzuatmen um sich zu beruhigen, doch es wollte ihr nicht richtig gelingen. Als sie weiterging, wurde sie immer unsicherer und rang in ihrem Inneren mit sich selbst. Noch konnte sie umkehren und so tun, als wäre nichts geschehen. Noch wusste niemand, was sie vorhatte. Aber würde sie es schaffen, dieses Vorhaben einfach aus ihrem Gedächtnis zu streichen? Nie davon zu reden? Nein. Sie hatte es schon so weit geschafft, nun würde sie auch die letzten Schritte wagen.
Sie musste sich mit ihrem vollen Gewicht gegen die schwere Tür lehnen um sie aufstemmen zu können. Als sie ins Freie trat, schlug ihr sogleich ein eisiger Wind entgegen und sie spürte, wie sich eine Gänsehaut auf ihrem Körper bildete. Fast automatisch rieb sie sich die Oberarme, während sie weiter auf den Rand des Flachdaches zu ging.
 
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