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Die zehn Gebote der Silbervögel

Dieses Thema im Forum "FanFiction by" wurde erstellt von Soraya, 22 April 2004.

  1. Soraya

    Soraya New Member

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    Okay weiter geht's :D

    Das Schloss ließ sich so schwerfällig öffnen, wie andere es oft von ihm selbst behaupteten. Dort lag es...in einer dunkelgrünen Schatulle mit silbernem Rand wie ein heiliges Sakrament in seiner Fassung. Er nahm es heraus und schloss die Schatulle wieder, kurz darauf zierte es seinen steifen Hals. “Es ist soweit, alter Junge. Sie brauchen dich, auch wenn du ein mürrischer Einsiedler bist, der am liebsten in seinen 4 Wänden haust.”, strich er sich das schlohweiße Haar aus der Stirn und betrachtete sein eingefallenes Gesicht. Das Wasser reichte ihm nun schon bis zur Hüfte, doch trotzte er den Elementen noch immer. Mehrere Narben zierten dies durch das Spiel mit dem Feuer, eine längere zierte seinen Handrücken in Form seines Erkennungszeichens. Er wollte helfen, auch wenn er beim Anblick seiner getrübten Augen und beim Halten des erloschenen Amuletts der Silbervögel Zweifel bekam, dass Grazia gerade seine Hilfe annehmen würde. Selbst das feingewebte Gewand saß noch wie vor 20 Jahren an seinem Körper und auch strahlte es noch in dem unverkennbaren Silber. Er musste sich auf den Weg machen, wenn er nicht in den Fluten versinken wollte. Wie ein plötzlich erjüngter Greis erklomm er die Stufen der Treppe und kämpfte sich durch die Straßen zum Silberpalast...das erste Mal seit 20 Jahren wieder unter Menschen, er, Magnus Calan.

    Grazia und Patricia empfingen derweil die schwer angeschlagenen Kutschen auf dem Hofe des Palastes, der einzigen noch vollkommen trockenen Gegend der Stadt, mit jeder Kutsche preschte eine neue Welle von Angst und Verzweiflung herein, die die Bewohner mit sich brachten. Doch Grazia und Patricia fügten sich wieder ihrer alten Rolle als Autoritätsperson, behielten Fassung, trösteten geplagte Gemüter, zeigten keine Schwäche und dachten nicht mehr länger an die Plagiate des Teufels, die in ihren Gräbern lauerten. Als die letzte Kutsche vorgefahren war und auch der letzte Bewohner des unteren Drittels sicher von Lilliana und Sonia auf die Zimmer gebracht worden war, atmete Grazia erleichtert auf. Patrizia besah sich den Hof, ob es vielleicht Nachzügler gab, die den Weg alleine erklommen hatten. Doch alles was sie sah, war eine an die entfernteste Steinmauer gelehnte Gestalt, der Wind trug die lang gehütete Askese der Gestalt herüber zu ihr und das dünne Gewand was er trug hätte ihn schon längst erfrieren lassen müssen. Doch diese Haltung war unverkennbar, der gebeugte Rücken, der Blick tief geneigt...immer im Schatten verborgen, nie präsent...sie erinnerte sich...dachte an die Anfänge des silbernen Zeitalters...diese Gestalt, sie kannte sie...diese Gestalt war...”Calan!”, keuchte sie und traute ihren Augen nicht. Grazia wunderte sich warum ihre Freundin so gebannt in die besagte Richtung starrte, verstanden hatte sie kein Wort von dem was diese ausgestoßen hatte. “Was sagst du? Ist dir nicht gut?”, fragte sie besorgt und folgte ihrem Blick. “Da...da ist Calan, Grazia.”, flüsterte Patrizia noch leiser und deutete in die Richtung. “Siehst du Gespenster Patrizia? Dort ist eine leere...Steinwand...!”, antwortete Grazia und schaute gebannt auf den sich aus der Tarnung herausschälenden Schatten. Je näher er trat desto deutlicher erkannte auch sie die Silhouette des ersten Silbervogels der Geschichte, des Mannes, der sie gerettet und gleichzeitig ins Unglück gestürzt hatte durch die Erweckung der Dornenvögel. “Dort war eine leere Steinwand.”, vernahmen sie seine heisere, weise Stimme, die sie schon damals in ihren Bann gezogen und oft für sich eingenommen hatte,” Hört mir zu, für nur ein paar Minuten, ihr könnt mich fortschicken und ich werde gehen, denn ich bin nicht dazu geneigt wieder in einer Gemeinschaft zu leben, wenn ich gehen soll, lasse ich mich nicht zweimal bitten. Aber hört zu!” bestand er auf seinem Recht und sprach zu ihnen folgende Worte:

    "Höhere Kräfte führten uns gegen die Dornenvögel an, ich rede nicht von übermächtigen Wesen, Plagiate des Teufels können wir nicht illusionieren und sie verdrängen, sie sind Wirklichkeit, wie ihr und ich. Ich rede von der Kraft, die die Gesetze des Universums schuf...die Kraft, die die Zeit voranschreiten lässt, die Kraft, die einen Planeten in seiner Umlaufbahn hält. Was dir und mir als Zufall erscheint, ist in Wahrheit nur das Werk dieser Kraft. Sie arbeitet, wenn man im Lotto gewinnt, sie arbeitet wenn man sich unverhofft nach einer Münze auf der Straße bückt, sie arbeitet auch, wenn man auf der Straße dem Menschen begegnet, den man liebt und heiraten wird...und deren Erben irgendwann die Welt regieren. Auch sie arbeitet, wenn ein Wissenschaftler oder Denker auf die Frage hin tüftelt “Was wäre wenn...?”, und irgendwann durch diese Antwort eine Krankheit besiegt wird. Diese Kraft ist ein einziges Chaos, so umfassend ist sie. Doch wir sind nur ein weiterer Teil von ihr. Wir können diese Kraft nicht zügeln oder ermessen. Wir können ihr keinen Namen geben, auch wenn manche sie dunkel als Schicksal oder Bestimmung bezeichnen möchten. Sie ist geregelt und vorgegeben. Unsere Wege kreuzen sich mit ihrem Weg, führen immer wieder auf sie zurück. Das ist es, was euch gehört und was sie nicht haben. Ihr kennt den Weg über die Gräber, den sie nicht kennen.”
     
  2. Max

    Max New Member

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    Ich mag Calan; er ist ein so schöner, geheimnisvoller Charakter :)

    Mein Lob an die Autorin, bin wieder einmal beeindruckt, wie gut du die Dinge rüber bringst, ohne eigentlich irgend etwas konkret auszudrücken. Man kann sich bei dir alles so wunderbar vorstellen

    Und seine kleine Rede war auch nicht ohne

    Bernd errichtet Sarah ein groooßes Denkmal

    Und rede mir das ja nicht aus, mein Engel ;) *kiss*
     
  3. Elenia

    Elenia ...sunshine...

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    Mir gefällt dein neuer Teil auch wieder sehr gut. Vor allem bin ich, wie Max, begeistert von der Einführung Calans in die Geschichte und irgendwie gefällt mir seine Figur ;)

    Insgesamt liebe ich aber einfach den Schreibstil deiner FanFiction und kann dich also im Prinzip nur bitten, möglichst schnell einen neuen Teil zu posten *g*

    Birgit
     
  4. Nelly

    Nelly New Member

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    Mir gefällt der neue Teil auch sehr gut. Ich weiß gar nicht wie ich das Lob richtig verfassen soll, was ich der Autorin aussprechen möchte. Aber die Geschichte ist echt super und ich les sie immer wieder gerne.
     
  5. Lauren

    Lauren New Member

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    Wunderbare neue Teile :)
    Jetzt weiß ich auch endlich was mir an deinem Schreibstil so gut gefällt *glühbirne aufdreh* (ja ich weiß wird eh schon zeit ^^)
    Also ich liebe es wenn du, wie im ersten Teil des ersten Postes, einfach in die Geschichte "hineinschreibst" ohne lange vorher zu erklären, von wem du gerade erzählst oder um was es genau geht. Da muss man nämlich wirklich mal denken und muss auch weiterlesen um es zu verstehen.
    Zu der Story selber...es ist unglaublich was dir noch alles einfällt um das Ende der Geschichte noch weiter hinauszuzögern und den Leser so schon fast an die Geschicht kettest. Jetzt tritt wieder Calan auf, der alles wieder ins Chaos stürzt, das Denken sowie die Vertrauensfrage. *schwärm* einfach nur toll :)
    Schreib weiter so, love it
    *knuffz*
     
  6. Stella

    Stella New Member

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    So ich habe es nun geschafft und die letzten drei Teile nachgelesen und ich kann nur die Worte von Agnes wiederholen.
    Es ist einfach wunderbar, wie du die Spannung aufrecht erhälst.
    Ich bin schon gespannt ob sie Calan zuhört und seine Hilfe annimmt.

    Also laß uns net so lange warten!


    LG Carola
     
  7. Thara

    Thara Well-Known Member

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    *muahahaha* da schaust das auch ich wiedermal was schreibe ;)

    Ich hatte heute morgen wunderbar zeit zu lesen und hoffe auch Max Story noch lesen zu können, aber nun zu meinem Kommentar:

    Ich finde deine Story nach wie vor sehr schön, ich kann mich eigentlich nur aus früheren Kommentaren von mir wiederholen:
    Spannend, mystisch, geheimnissvoll und einen hauch gänsehaut die mich immer wieder an deine Geschichte zurückkehren lassen. Dein Schreibstil lässt mich in diese Welt eintauchen und dies fast miterleben (danke an meine blühende fantasie).

    Ich freue mich schon auf einen weiteren teil ;)
     
  8. Soraya

    Soraya New Member

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    Vielen lieben Dank meine treuen "Fans", ich bin ja total stolz auf euch und irgendwie auch auf diese Geschichte, denn sie liegt seit Kurzem in unserer Stadtbibliothek als Lesestück aus, weil die Leiterin sie so gut fand *such proud* ;)

    Der Morgen brach an und Azurblau bahnte sich durch die weiße Übermacht der Wolkenschiffe am Firmament. Vergnüglich modellierte sich Milan in Gedanken aus ihnen die abwegigsten Muster zusammen. Sein Aufenthaltsort war keinesfalls verborgen, täglich striffen seine Flügel und andere Gliedmaßen die Mauern Saint Richard’s um dessen Bau er herumstreunte. Saint Richard’s war wie der Silberpalast auf einer Anhöhe erbaut und trotzte so den Fluten auf den brachliegenden Feldern. In einem Luftbild hätte man beide Gebäude zusammen als eine klare Trennung der Fronten erkannt. Seit er Alicia getötet hatte, mied er den Silberpalast und wartete in hechelnder Gier auf die Ankunft seiner Gefährten. Nur nachts zog er aus um sich an ein paar Frauen zu erfreuen, die trotz der von ihm ausgehenden Gefahr um seine Gunst buhlten. Die Wolken zogen über die Wälder und Milan schien es als neigten sie sich je nach seiner Laune. “Ich tauche ein in den weißen Wolkenschmuck, der den Pergamenthimmel säumt, hört ihr mich! “, lachte er wieder übermütig in sich hinein und hätte als Windgott Äolus am liebsten die Wolken in Rottöne vor einem schwarzen Nachtschatten gefärbt. In der Ferne ragte der Silberpalast aus den von der Flut gezeichneten Häusern und Überresten hervor. Sein Anblick ließ Milans Augen funkeln und er sah sich den Weg hinauf schreiten und alle überlebenden Silbervögel auf den Tod warten. “Du bist der Schlüssel zu deinem eigenen Verderben, ich habe es dir gesagt Grazia...eingeschlossen in Wassermassen wartest du darauf, dass wir kommen um dich zu erlösen, doch ich werde warten, bis du mich anflehst, dich bei lebendigem Leibe zu zerreißen!”, öffnete er die Tore zur Kathedrale und betrat das Innere. Mittlerweile war die christliche Stätte zu seinem Nest geworden, hier hütete er Blut von Opfern für neue Botschaften, wahllose Gegenstände von Getöteten, die aus deren Wohnung geborgen hatte und seine wertvollste Trophäe, eine vertrocknete Rose mit silbernem Ring. Er hatte sich nicht getäuscht, Grazia war hergekommen um Alicias Leichnam zu bergen. Doch diese Rose hatte sie in ihrer Unachtsamkeit und Furcht vor seiner Anwesenheit zurückgelassen. Den Ring trug er als Verachtung für den Schenker immer bei sich. Langsam streckte er eine Klaue aus um über die Tasten der Orgel zu fahren, die sich wie eine zweite Haut um die durch bröckelnden Putz geschwächte Empore legte. Dumpf hallten die seit Jahren nicht gespielten Töne durch die Kathedrale und die Orgelpfeifen gaben Milans Willen klagend nach, als er zu ihrem Spiel einen verzehrten Gesang anstimmte.

    “Grazia, hörst du mich? Spürst du wie ich zugrunde gehe? Du zeigtest mir zu leben, als ich schon das Leichentuch ergriffen hatte. Die Zeit mit dir waren die schönsten Stunden meines Lebens und ich liebe dich so wahr die Sonne für das menschliche Auge bei Auf- und Untergang die Erde berührt und im Meer versinkt, ich liebe dich seit dem Tag, wo du zu mir in den Silberpalast gebracht wurdest und ich nicht mehr allein war. Wir hatten beide solche Angst davor bewundert zu werden und in eine nie gewollte Rolle gepresst zu leben...doch du hast mich immer wieder aufgerichtet und ich gab dir nie die Liebe die du verdient hättest. Ich bin es nicht wert als Teil von dir zu sterben und möchte nicht in deiner Erinnerung weiterleben. Jeder Blick in deine Augen zeigte mir meine Fehler, zudem auch mein jetziges Dasein gehört.”,

    schrie es aus ihm heraus, als wieder ein Teil seiner Menschlichkeit für immer ging. Eine Träne bahnte sich den Weg über die lederne, kalte Haut seines Kopfes, doch der Dornenvogel ließ sie als salziger Tropfen gefühllos zu Boden fallen. Er war damit beschäftigt die Orgel zu quälen, wo er schon keine Menschen zur Hand hatte. Im Umkreis der gesamten Kathedrale waren die schrecklich vom Wind getragenen Töne zu hören. “Milan...”, meinte er nachdenklich und klopfte mit seinem Stock gegen die Tore der Kathedrale. Er glaubte ihn besser zu kennen, als jeder es tun könnte. Als Milan nicht reagierte sondern nur die Orgeltöne versagten, vernahm er dies als Einlass und betrat die Vorräume. “Milan, ich weiß, dass du hier bist! Sei nicht so stur!”, rief er nach oben und seine Stimme schwang sich wie ein Echo empor. “Und du weißt auch, dass du nicht mit einem Kind redest, ich bin eine Gefahr für dich, eine Gefahr für die Menschheit!”, rühmte sich Milan und tauchte wie aus dem Nichts vor ihm auf. Die mittlerweile langen schwarzen Haare zerzaust am Kopf, die schwarzen Schwingen das einzig prächtige. “Calan!”, spie er seinem Gegenüber dessen Namen vor die Füße und blickte ihn hasserfüllt an. “Was willst gerade du hier? Mich bekehren? Auch dein Herz ist schwarz, aber komm ruhig herein in meine bescheidene Behausung, du hast nichts zu verlieren...”, fügte er noch hinzu und drehte sich auf dem Absatz um. Calan folgte ihm schweigend, bis er in der Nähe des Altars wieder das Wort ergriff:” Ich bin nicht hier um dich zu bekehren, ich habe auch Grazia nicht überzeugen können meine Hilfe anzunehmen. Vielleicht erreiche ich bei dir mehr. Warum bleiben deine Morde aus? Giert es dich nicht mehr nach ausblutenden Menschen nahe ihres letzten Herzschlags? Streunst du nicht mehr in der Gegend herum und schlachtest sie ab wie Tiere? Glaub mir ich kenne diesen Drang, diese unbändige Lust Herr über Leben und Tod zu sein, eines Dornenvogels erstes Gebot. Aber du wartest auf die Gefährten wie ich sehe..Roman holt sie nach der Erfüllung der Prophezeiung her, wie Recht du damit hast, doch..ach was rede ich, es interessiert dich ja sowieso nicht.”, stützte er sich auf seinem Stock ab und setzte sich in die vorderste Bankreihe, die Augen geschlossen, wartend. Milan musterte den Alten, es imponierte ihm, dass er keine Angst zeigte, doch er wollte sich nicht die Blöße geben nachzuhaken, da Calan nicht geendet hatte. Das wollte dieser ja nur. Jetzt erhob sich Calan und schaute Milan ein letztes Mal an, bevor er Anstalten machte die Kathedrale auf dem gleichen bescheidenen Weg zu verlassen, den er gekommen war. “Warte!”, schnellte Milans Arm hervor und seine dornenbesetzte Pranke grub sich tief in Calans Schulter. Dieser zeigte keine Last an den verspürten Schmerzen. “Doch Roman wir ihr Anführer sein, sie werden dich töten, weil du als einziger eine menschliche Seele hast, was sollen sie mit einem Dornenvogel der Skrupel zeigt. Du kannst mich töten, um dieses Gespräch zu beenden, du kannst Grazia töten um deinen Zweifeln ein Ende zu machen, oder du kannst dich ändern um wieder ein vollwertiger Mensch zu sein.”, setzte er an seinen vorher begonnenen Satz an und legte seine Hand auf die von seinem eigenen Blut getränkte Klaue Milans. Dieser schlug die Hand aus und löste sich von Calan. “Geh oder ich töte dich wirklich!”, loderte der Zorn in ihm auf, dass jemand ihm so entgegentrat. “Du zeigst deine Skrupel mich zu töten ziemlich offen, du bist noch ein Mensch...”, erwiderte Calan mit klarem Blick und begutachtete teilnahmslos seine offene Schulter, bevor er die Tore zum Ausgang erreichte, bis ihm schwarz vor Augen wurde und er den Boden unter den Füßen verlor, er spürte Knochen wie Holz auf kaltem Marmorgestein splittern, bis er nichts mehr spürte, nicht mal ob er noch lebte.
     
  9. Max

    Max New Member

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    Wahnsinn
    Mehr habe ich dazu eigentlich nicht zu sagen
    Ich hoffe, das reicht als Lob aus, sonst muss ich mir etwas Anderes überlegen ;)

    Glaub mir ich kenne diesen Drang, diese unbändige Lust Herr über Leben und Tod zu sein, eines Dornenvogels erstes Gebot

    Das ist mein Lieblingszitat ;)
    Die Beschreibung vorher ist wirklich nicht schlecht, aber das hier fast alles so schön zusammen
    Schnell weiter schreiben, mein Engel :)
     
  10. Nelly

    Nelly New Member

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    13 November 2003
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    Unterwelt
    Wieder ein Wahnsinnsteil. Diese Geschichte wird von Teil zu Teil besser. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber Kompliment an die Autorin und lass mich bitte nicht zu lange auf den nächsten Teil warten.
     
  11. Elenia

    Elenia ...sunshine...

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    Also der Teil ist wirklich wundervoll geworden. Ich liebe deine Beschreibungen der Person, der Umgebung, der Gefühle... die Unterhaltungen, also kurz, einfach alles an deiner Geschichte.

    Und vor allem die Geschichte selbst, da es mich jedes Mal wieder überrascht, wie sie weitergeht.
    Ich finde, sie ist jetzt völlig zu Recht in der Bibliothek zu finden ;)

    Birgit
     
  12. Lauren

    Lauren New Member

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    Land der Millionen bunten Schmetterlinge
    *hust*..ja also was soll ich sagen :erröten: *einfach ganz lieb schau* ;)

    Nun zum neuen Teil:

    Also ich kann nur sagen düster, düsterer, Sarah. Riesengroßes Lob. Der Teil ist super gut geworden.
    Wieder mal bin ich begeistert davon, wie du die Gefühle der Charaktäre zum Ausdruck bringst. Milans Gefühle und Gedanken sind einerseits dunkler als die schwärzeste Nacht und andererseits so verletzlich und unschuldig wie die eines kleines Kindes. Er liebt Grazia, aber welche Gedanken, zb Flehen um Erlösung, noch damit verbindet, zeigen den Dornenvögel natürlich wieder deutlich in ihm.
    Natürlich hab auch ich einen Lieblingssatz gefunden ^^

    Du bist der Schlüssel zu deinem eigenen Verderben

    Ich finde dieser Satz zeigt, dass er nur auf ihren Tod wartet, sich aber doch Gedanken um sich macht, was nun aus ihr wird.
    Und Calan...ja den find ich klasse ^^ Er zeigt keine Angst vor Milan und das macht ihn wahnsinnig hihi :D Ich bin aber schon gespannt, was Calan weitermachen wird bzw. auf welche Seite er sich schlagen wird.
    Weiter so zu schreiben, wie bisher brauch ich dir wohl kaum sagen, wenn man hier so liest wo das Werk nun zu finden ist. *very proud* Das ist echt mal ne Leistung, die nicht viele schaffen. *verneig*
    *knuff* Agnes
     
  13. Stella

    Stella New Member

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    Im siebten Himmel
    so hab es dann auch geschafft sie endlich zu lesen und wie immer kann ich nur sagen, gut geschrieben.
    man weiß ja schon garnicht mehr was man für ein feedback abgeben soll, denn deine teile sind immer mit so viel spannung und gefühle verbunden, das man sie einfach nur noch verschlingen mag.
    also mach einfach weiter so und erfreue uns bald mit einem nächsten teil.


    lg carola
     
  14. Soraya

    Soraya New Member

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    Ich kann mich nur immer wieder für euer Feedback bedanken, sowie ihr nicht wisst was ihr schreiben sollt, weiß auch ich es nicht :D Jedenfalls danke an alle meine Leser. Ich weiß der Teil fällt kurz aus, doch nach Weihnachten gibt es wieder mehr, versprochen.

    “Ich kann ihm nicht trauen, Patricia, er trägt den Dornenvogel als Schatten über seiner Seele, doch nun laufe ich mit dieser Entscheidung Gefahr, dass die Jüngeren zu ihm überlaufen. Ich habe Angst Patricia, sie begleitet mich jeden Tag, wacht über mir, bis ich endlich meine Augen schließe, dann hadert sie auf den nächsten Morgen und ist einfach da. Es muss Monate her sein, seitdem ich mich das letzte Mal freuen konnte.” Patrizia nickte verständnisvoll. “Aber es wird schlimmer Grazia, ich spreche Calan seine Glaubwürdigkeit nicht ab, die Prophezeiung wurde geschrieben, damit sie sich so erfüllt, doch wir sind Silbervögel, alle Glieder einer Kette. Was meinst du warum alle bleiben wollten? Weil sie an uns und an dich glauben.”

    Weit gereist in einer fremden Zeitebene, getragen von seinen zur vollen Pracht ausgewachsenen Schwingen, erreichte Roman den Friedhof der Vergessenen. Das Kettenglied des Amuletts verwuchs mit seiner Haut und der leuchtende Stein glühte auf seinem Herzen wie ein zweites Leben. Hier war er der, auf den sie warteten, hier war er der Auserwählte. Vor Liebe zu sich selbst, verfiel er in einen traumatischen Taumel aus Erinnerungen an seinen ersten Mord, der Mord an Grazias Eltern, um die er bitterlich Tränen vergossen hatte. Welch Torheit hatte ihn dazu bewogen, jemals so menschlich gewesen zu sein? Nichts und niemand konnte ihn mehr aufhalten, den zwölften Silbervogel, den vor Schüchternheit ungekannten Schützling Grazias sollten sie als neuen Herrscher einer Armee todbringender Wesen ansehen. Der Friedhof der Vergessenen beherbergte 169 Verbannte und Vergessene seiner Rasse, dreizehn mal dreizehn erhabene Dornenvögel, entstanden aus der Brut der ersten dreizehn Silbervögel, angeführt von Calan. Jeder hatte sich ein Abbild seiner selbst geschaffen und wieder ein Abbild und wieder und wieder...wie konnte man diese Zeit überhaupt als schwarzes Zeitalter bezeichnen, dachte sich Roman, sie grenzte doch an Göttlichkeit. Schwerer undurchsichtiger Nebel schlief über der öden Erde, wo genau sie waren wusste er noch nicht. Doch als er die Mitte des erstarrten Feldes erreichte und der Wind an Stärke gewinnend über die verdorrte Landschaft fegte, riss sich das Amulett in einem schmerzhaften Schrei Romans aus seiner Fassung und fiel mitsamt seinem daran haftenden Fleisch zu Boden. Die zusammengeballten Wolken öffneten sich und ergossen schwarzen Regen aus heißem Teer auf die ausgewaschene Gesteine und Romans empfänglichen Körper. Erhärteter Teer verschmolz zu einer zweiten Haut mit ihm, machte ihn widerstandsfähiger und gab ihm die Rolle des Führers und die Macht dem bevorstehenden Erdbeben zu trotzen. Kaum war die Vorahnung für ein Erdbeben fest in seinem vor Erregung vibrierendem Schädel verankert, brach die Erde auf und gab die Fluten des lang gehüteten Geheimnisses frei, welches die Silbervögel für 20 Jahre verdrängt hatten. Flügelschläge türmten sich zu einem gewaltigen Tornado empor und landeten als einzelne befreite Geschöpfe. Roman brach aufgrund der Anstrengung diesem Wahnsinn standzuhalten zusammen, von Euphorie geschüttelt, lag er am Boden und schaute zu den Seinen auf. Ja, sie alle waren sein Werk, eine schwarze Armee, 169 Dornenvögel mit 338 Flügeln und 676 Klauen, die allesamt darauf warteten sich zu ernähren, von dem jahrelang ertragenen Durst zu zehren. Er würde ihnen die Welt auf dem Silbertablett servieren, soviel Blut vergießen bis sie gesättigt hierher zurückkehren könnten.

    Grazia lächelte ihre Freundin dankbar an: “Vielleicht hast du Recht. Probieren geht über studieren, wir müssen versuchen uns ihnen zu stellen. Ich denke wir müssen Tristan, Sonia und Lilliana in die tieferen Geheimnisse der Silbervögel einweihen, sie müssen wissen, wie sie einem Dornenvogel begegnen sollen, damit sie nicht enden wie Alicia. Es gibt keinen vorbestimmten Sieg, doch zumindest eine Chance.” “So kenne ich dich, Grazia. Voller Lebensmut und Zuversicht. Genau das brauchen wir jetzt!”
     
  15. Max

    Max New Member

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    She'ol
    So, bevor ich ausgeschmipft werde, verfasse ich mal ein Feeback, auch wenn ich nicht sonderlich viel Ideen für eines habe
    Aber ich gebe mein Bestes, also nicht böse sein, ja? ;)

    Die Szene mit Roman ist einfach nur genial. Auch wenn das Wort dieser Auferstehung nicht gerecht wird. Was soll's, bin da fantasielos ;)

    Wünsche mir einfach nur eine Fortsetzung und will mehr über die wiedererstandenen Dornenvögel lesen

    's Mäxle *kiss*
     
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